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Die Bruchsaler Messung

Wer?:   Varsek und Wiechmann
Wann? Winter 1982
Wo?:    Justus Knecht Gymnasium in Bruchsal, 40 cm Massivwand
Was?   Wärmeströme

Ergebnisse:
- die herrschende Lehrmeinung ist falsch
- Wärmeeindringung hängt ab vom Flächengewicht, der Wanddicke und der Außenstruktur des Wandbaustoffes
- geringes Flächengewicht und Stegverteilungen behindern die Nutzung solarer Energie
- die durch massive Außenwände gespeicherte Solarenergie darf nicht vernachlässigt werden
- zwischen Wärmedämmung und Energieverbrauch besteht keine hinreichend mathematische Korrelation
- k-Wert-Methode ist ungeeignet zur Erfassung der dynamischen Verhältnisse in der Praxis

#1

"Bis jetzt existieren im deutschsprachigen Teil Europas lediglich 4 instationäre Messungen "neueren Datums", die sich mit der Wärmespeicherfähigkeit und der Wärmeleitung von Aussenwänden befassen.

1. Die "Bruchsaler Messung" von Varsek/Wiechmann im Winter 1982 legt primär dar, dass die herrschende Lehrmeinung falsch ist. Prof. Gertis machte die Messung mit irren Behauptungen und falschen Grundlagen in der "Allgemeinen Bauzeitung" Nr. 53/1983 "zur Sau" und wollte, wie es so seine nette Art ist, am Fraunhofer Institut in Holzkirchen mit Messungen beweisen, dass die k-Wert Theorie doch richtig ist.

2. Doch der Schuss ging hinten hinaus, weil seine Messungen im Winter 1984/85 im Auftrag des Bundesverbandes ZIEGEL ergaben, dass die Strahlungsabsorption und die Wärmespeichermasse den k-Wert bis 40% positiv beaufschlagen können. Dieses Resultat hat Gertis anlässlich der Anhörung im Jahr 1985 in Bonn dem Auditorium in Anwesenheit von Peter Conradi verschwiegen und Prof. Werner hat, nach Aussagen des Ziegelverbandes, hinterher die Messdaten vernichtet bzw. verloren. Man stelle sich einmal vor, dass ein renommiertes physikalisches Institut Messdaten verliert, die der ZIEGEL-Verband bezahlt hat. Übrigens: Der Bericht EB-8/1985 ist bis heute nicht veröffentlicht!

3. Eine weiterer Messversuch wurde von Prof. Kupke vom FEB-Stuttgart im Winter 1985/86 für den Bundesverband ZIEGEL durchgeführt. Bei einem bis heute nicht abgeklärten Einbruch, wurden die Computer und damit auch die Daten entwendet. Ein Bericht wurde mit Datum vom 16. März 1987 erstellt, doch ob Daten vorhanden sind, die noch ausgewertet werden können, ist mir nicht bekannt.

4. Die vierte Messung initiierte ich selbst an der Eidgenössischen Materialprüfungs Anstalt (EMPA) in Dübendorf im Jahr 1991/92 als Vorversuchsmessung. Der vollständige Datensatz über 9 Monate ist gesichert. Der offizielle Bericht erschien im Dezember 1994 und ein paar Kollegen und ich arbeiten heute noch immer an der Auswertung..

Mit den oben beschriebenen Fakten wird dargelegt, dass im deutschsprachigen Europa überhaupt keine Grundlagenmessungen vorhanden sind, die es zur Zeit erlauben würden, mit EDV-Programmen Berechnungen durchzuführen. Die notwendigen Messungen wurden somit nachweislich über 25 Jahre verschlafen.

Um Grundlagenwerte über Bausysteme und Baustoffe für instationäre Berechnungen zu erhalten, sind mindestens 2 bis 3 Messwinter abzuwarten und 2 Jahre für die Auswertung vorzusehen.

Falls die U-Wert-Sekte davon überzeugt werden kann, dass es noch etwas anderes geben könnte als ihre abstruse U-Wert-Theorie, so würde das etwa 20 Millionen Mark kosten und insgesamt 5 bis 6 Jahre dauern. Da ich mittlerweile mit meinen Kollegen den physikalischen Grundmechanismus recht gut erforscht habe, kann mich ja das BMVBW, Rentner-Ehm, der DIN-Werner oder die BAK fragen wie das Ganze denn wirklich funktioniert, um die 5 bis 6 Jahre (Oh Schreck und Schande das wird ja 2005!) etwas abzukürzen, doch an den Grundlagen-Messungen kommt niemand vorbei."

aus: Zum Referentenentwurf der Energieeinsparverordnung EnEV (24.10.1999)
Die kommentierte "Stellungnahme der deutschen Bundesarchitektenkammer BAK"
Abschrift: Architekt Konrad Fischer, Hochstadt a. Main,
Kommentar: Architekt und Bauingenieur Paul Bossert, CH - Dietikon
Quelle: http://www.universe-architecture.com/ch/EnEv.html

#2

"Generell hängt die Wärmeeindring-Geschwindigkeit vom Flächengewicht, der Wanddicke und der Aussenstruktur des Wandbaustoffes ab. Hat die Wand infolge zu hoher Porosität, einem allzu niedrigen Flächengewicht oder zu weit auseinanderliegenden Verbund-Stegen mit geringer Dicke (Schlitzlochsteine) einen zu grossen Wärmeeindring-Widerstand, so lässt sich beispielsweise die eingestrahlte Sonnenenergie nur in geringem Umfang nutzen. Es herrscht eine Wärmedepression! Erstmals wurden diese Zusammenhänge im Februar 1982 bei Messungen am Justus Knecht Gymnasium in Bruchsal beobachtet. Die Ergebnisse wurden in der Folge als "Bruchsaler-Messung" publiziert und baugeschichtlich festgehalten. Grundlagenforschungen dazu bestehen nicht.
Falsch verstandener Reduktionismus führt zum "Schichtendenken"! Die "Trag-, Dämm- und Wetter-Schichten" sind letztendlich wieder ganzheitlich zu betrachten. Vermutlich bildet die einschalige Wand - infolge der besten Temperaturverwaltung - die idealste Wandkonstruktion!"

aus: Die 8 energierelevanten Faktoren der Aussenwand, 20.06.2003
Quelle: http://forum.paul-bossert.ch/wp-content/uploads/2006/10/beilage-2-die-8-faktoren.pdf


#3

"Dringend überholungsbedürftig sind die bauphysikalischen Grundlagen zur Berechnung des Energiebedarfs. Das übliche Verfahren, den statischen Wärmedurchgang durch ein Bauelement (k-Wert-Methode) der Berechnung des Energieverlustszugrundezulegen, ist ungeeignet zur Erfassung der dynamischen Verhältnisse in der Praxis. Durch einschlägige Untersuchungen sowie die praktische Erfahrung ist bewiesen, daß zwischen Wärmedämmung und Energieverbrauch keine hinreichend mathematische Korrelation (Abhängigkeit) besteht.

Daß die durch massive Außenwände gespeicherte Solarenergie nicht vernachlässigt werden darf und daß die g e m e s s e n e n Temperaturen berücksichtigt werden müssen (und nicht fiktive Werte, die mit für diesen Zweck viel zu ungenauen Daten und Formeln berechnet wurden), mag beispielhaft Abb. 7 bestätigen.

[Bild]

Abb. 7
Gespeicherte Solarenergie in einer Ziegelwand (Gymnasiurn Bruchsal, 20.02.1982, Messung Z. Varsek, Auswertung P. Bossert). (Wärmeenergie in Wh aufgrund der Temperaturen an 15 Meßstellen im Wandquerschnitt, verteilt von außen nach innen) Die in der südlich orientierten 40 cm starken Ziegelwand tatsächlich zwischen 6 und 24 Uhr gespeicherte Wärmeenergie lag über dreimal höher als berechnet worden war. Auf den Heizenergiebedarf dieses Gebäudes wirkte sich dies in beträchtlichem Maße aus."

aus: Prof. Dr. Anton Schneider: "Wohnklima Wärmedämmung Wärmespeicherung", Schriftenreihe Gesundes Wohnen, Institut für Baubiologie + Oekologie IBN, Neubeuern, 6. Auflage 1/1997



Bild 1:
Gespeicherte Solarenergie in der Massivwand, Gymnasium Bruchsal 1982
Unterschied zwischen berechnet (Theorie) und gemessen (Praxis)



Bild 2:
Gespeicherte Solarenergie in der Massivwand, Gymnasium Bruchsal 1982
Unterschied zwischen berechnet (Theorie) und gemessen (Praxis)
alternative Darstellung von Bild 1



Bild 3:
Gespeicherte Solarenergie in der Massivwand, Gymnasium Bruchsal 1982
Unterschied zwischen berechnet (Theorie) und gemessen (Praxis)
Abweichungsfaktor zwischen berechnet (Theorie) und gemessen (Theorie)

3 Grafiken: DIMaGB

#4

Auch die Untersuchungen von Wichmann / Varsek am Julius-Knecht-Gymnasium in Bruchsal belegen die tatsächlichen Verhältnisse bei der Energieaufnahme einer Massivwand im Winterfall (Februar). Demnach ergeben sich an der solar bestrahlten Massivoberfläche Temperaturen bis 30 Grad bei einer Außenlufttemperatur von ca. 8 Grad. Durch die nächtliche Wärmeabgabe sinkt die Temperatur der Massivwand wieder ab, bleibt aber immer wesentlich über der Außenlufttemperatur und bleibt dadurch kondensatfrei.

Die folgende Abbildung zeigt das Meßergebnis:



aus:
Der Schwindel mit Wärmedämmung und Energiesparen 7
http://www.konrad-fischer-info.de/2137bau.htm

25.12.2007

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