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Energieausweis ab 1. Januar 2009 für fast alle Wohnhäuser Pflicht

Der Energiepass ist ab 1. Januar für fast alle Wohngebäude gesetzliche Pflicht. Wer sein Haus verkauft oder vermietet, muss ihn dem Interessenten zugänglich machen. Ausnahme: Denkmalschutz-Immobilien.

Demnächst gilt die Energieausweis-Pflicht auch für Besitzer von Häusern, die nach 1965 gebaut wurden. Damit müssen Eigentümer von fast allen Wohnhäusern Miet- und Kaufinteressenten Rechenschaft über den energetischen Zustand des Gebäudes ablegen. Eine Ausnahme gibt es nur bei denkmalgeschützten Bauwerken – für diese ist der Energieausweis nicht vorgeschrieben. Für selbstgenutzte Immobilien besteht ebenfalls keine Ausweis-Pflicht – zumindest solange diese nicht verkauft oder vermietet werden sollen.

Für Häuser mit bis zu vier Wohneinheiten, die vor 1978 erbaut und zwischenzeitlich nicht energetisch saniert wurden, ist inzwischen der teure bedarfsorientierte Ausweis Pflicht. Für alle anderen Häuser reicht der preiswertere Verbrauchsausweis. Dieser orientiert sich an den tatsächlichen Verbrauchsdaten der Vergangenheit und ist bereits ab etwa 15 Euro zu haben. Beim teureren Bedarfsausweis wird der theoretische Energiebedarf eines Gebäudes durch ein technisches Gutachten ermittelt. Der Beurteilung liegen alleine bauliche Aspekte wie Heizungsanlage, Qualität der Fenster oder Dämmung zugrunde. Diese Variante des Energiepasses kann einige hundert Euro kosten.

Eigentümern, die bei einer Vermietung oder einem Verkauf keinen Energieausweis vorlegen können, droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Übrigens: Für Neubauten ist der Ausweis bereits seit 2002 Pflicht.

Pressedienst immowelt.de
vom 04.12.2008

Aussteller von Energieausweisen: Die Haus-Klinik für Bauherren, Erwerber und Eigentümer von Immobilien

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Verbrauchs- und Bedarfsausweis

Unter der Überschrift "Kooperation für Verbrauchs- und Bedarfspass" berichtet der Gebäude Energie Berater (GEB) in seinem Newsletter vom 12.10.2006, dass derjenige, der einen Energieausweis für Gebäude benötigt, diesen bei ista künftig in beiden Varianten – verbrauchs- oder bedarfsbasiert – bestellen könne. In einem Pilotprojekt sollen schon erste Pässe ausgestellt worden sein.

Offensichtlich gibt es noch andere Piloten, die zwar kein Projekt aufgezogen, dafür aber schon erste Pässe ausgestellt haben. Ein Beispiel sehen Sie hier.

Grundlage für die Verbrauchswerte sind die Abrechnungsunterlagen über einen Zeitraum von 5 Jahren. Der Rest ist Mathematik - bzw. Rechenakrobatik nach DIN 4108. Im Ergebnis wird festgestellt, dass der Jahresheizwärmebedarf im 5-Jahres-Schnitt rd. 28% unter dem Soll-Wert nach EnEV / DIN 4108 liegt.

 

 

 

Sie können sich diesen Gebäudeenergieausweis im :: Download herunterladen.
Sie können sich :: hier über die Fassadenbeschichtung informieren.

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Energiepass kostet beim Bundesbauminister zwischen 40 und 120 Euro




Faksimile: Ausschnitt aus dem Modernisierungs-Magazin 12/2006, Seite 20

Zitat:
"Der künftig für alle Gebäude notwendige Energiepass (...) wird je nach Ausgestaltung zwischen 40 und 120 Euro kosten. Das hat Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) in Berlin mitgeteilt.
Beim strengeren bedarfsorientierten Energieausweis, der Auskunft über den energetischen Gebäudezustand geben soll, müsste der Eigentümer mit 80 bis 120 Euro rechnen."

Kommentar:
Herr Tiefensee kann wohl nur gemeint haben, dass der Gebäudeenergieausweis beim Bundesbauminister für diesen Schnäppchenpreis zu haben sein wird. Nur Leuten mit großer Projekterfahrung (Olympiabewerbung Leipzig, U-Bahn Leipzig) dürfte es gegeben sein, in null-komma-nichts den bunten Zettel nach EnEV zu erstellen. Der deutsche durchschnittliche Architekt oder Ingenieur braucht dafür länger, daher kostet es auch mehr und es besteht die nicht zu verachtende Wahrscheinlichkeit, dass man mit diesem Energieausweis für Gebäude (siehe §16 der Verordnung über energiesparenden Wärmeschutz und energiesparende Anlagentechnik bei Gebäuden (Energieeinsparverordnung – EnEV, Entwurf vom 16.11.2006)) etwas mehr anfangen kann.

En.berat  Energieberatung bei DIMaGB

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Vorsicht Falle: Energieausweis zum Dumpingpreis

Eine diesbezügliche Pressemitteilung der dena reizt zum Widerspruch. Ein Energieberater aus München hat die Zeit gefunden, hierüber zu informieren sowie die dena anzuschreiben. Bilden Sie sich Ihre eigenen  Meinung.

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dena warnt vor Billigangeboten für Energieausweise
Vorsicht Falle: Energieausweis zum Dumpingpreis

"Energieausweis nur 9,90 Euro": So oder ähnlich bewerben derzeit einzelne Firmen die Erstellung von Energieausweisen für Gebäude. Die Eigentümer müssen lediglich einen Internet-Fragebogen über den Energieverbrauch der letzen drei Jahre ausfüllen und wenig später liegt der fertige "Energieausweis" in ihrem Briefkasten. Kein Vor-Ort-Termin, kein großer Aufwand - allerdings oftmals auch kein gültiger Energieausweis.

Der Energieausweis zum Dumpingpreis erweist sich oft als eine Mogelpackung. Wer hier geizt, kann eine böse Überraschung erleben. Die Vorlage eines nicht vollständigen Ausweises kann mit Bußgeldern von bis zu 15.000 Euro geahndet werden. "Es werden Energieausweise angeboten, die nicht den gesetzlichen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) entsprechen und deshalb ungültig sind. Der Eigentümer sollte die Qualität und die Gültigkeit des angebotenen Energieausweises vor der Beauftragung prüfen. Die dena empfiehlt den bedarsorientierten Energieausweis" betont dena-Geschäftsführer Stephan Kohler. Folgende Kriterien helfen, Angebote zu beurteilen:

Modernisierungsempfehlungen: Dem Energieausweis müssen individuelle Modernisierungsempfehlungen beigefügt werden - egal, ob er auf gemessenen Verbrauchswerten oder dem rechnerischen Energiebedarf beruht. Dazu sollte der Aussteller die vorhandene Heiztechnik und die Qualität von Wänden und Fenstern vor Ort prüfen. Fehlen die Sanierungstipps, ist der Energieausweis ungültig. Eine Vereinbarung zwischen Eigentümer und Aussteller zum Ausschluss der Empfehlungen ist nicht zulässig.

Aufnahme der Gebäudedaten: Die Gebäudemaße und der Energieverbrauch dürfen vom Eigentümer zwar selbst erhoben und an den Energieausweis-Aussteller übermittelt werden. Allerdings ist der Aussteller gesetzlich verpflichtet zu überprüfen, ob diese Angaben plausibel sind. Bei der Übermittlung der Daten über ein Internetformular kann diese Prüfung ohne Rücksprache kaum gewährleistet werden. Die Gefahr, dass fehlerhafte Daten zu Grunde gelegt werden, ist in diesem Fall sehr hoch. Der Aussteller sollte den Eigentümer zumindest telefonisch kontaktieren und sich der Richtigkeit der Daten versichern.

Die dena empfiehlt grundsätzlich eine Vor-Ort-Begehung durch den Aussteller vor der Erstellung des Energieausweises. Auf diese Weise können die Gebäudedaten und der bauliche Zustand des Gebäudes angemessen erfasst und die Modernisierungsempfehlungen präzise ermittelt werden. Je ausführlicher die Sanierungstipps und gründlicher die Datenerfassung, desto besser die Qualität und die Aussagekraft des Energieausweises.

Ab dem 1. Juli 2008 wird die Vorlage von Energieausweisen bei Verkauf und Neuvermietung schrittweise für verschiedene Gebäudetypen verbindlich eingeführt. Weitere detaillierte Informationen dazu finden Verbraucher unter www.dena-energieausweis.de.

Pressemitteilung dena
26.07.2007

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Pressemitteilung 2007-07-31
Deutsche Energie-Agentur (dena) warnt vor Anbietern von Energieausweisen zu Dumpingpreisen

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) warnt in einer Pressemitteilung vor Angeboten von Energie-Verbrauchsausweisen zu Dumpingpreisen. Sie führt an, dass die Gefahr besteht, auf diese Weise einen Energieausweis zu bekommen, der den Anforderungen der EnEV (Energie-Einsparverordnung) nicht entspricht. Angelpunkt ist eine fehlende Modernisierungsempfehlung, die bei der Abwicklung der Ausstellung von Energie-Verbrauchsausweisen unter gewissen Voraussetzungen entbehrlich ist.

Der Geschäftsführers der dena - Stephan Kohler - weist in seiner Pressemitteilung vom 26. Juli 2007 - http://www.dena-energieausweis.de/page/index.php?id=7546 - darauf hin, dass Energieausweise ohne Modernisierungsvorschläge ungültig und damit illegal sind. Dies ist durch die vor ein paar Tagen verkündete EnEV 2007 nicht gedeckt. Die EnEV (§ 20) fordert die Ausstellung von Modernisierungsempfehlungen nur dann, wenn kostengünstige Verbesserungen der energetischen Eigenschaften des Gebäudes (Energieeffizienz) möglich sind. Sind diese nicht möglich, dann muss der Hauseigentümer entsprechend informiert werden.

"Die Pressemiteilung der dena zielt darauf ab, Energieberater, die Angebote für die Ausstellung von Energieausweisen im Internet anbieten, zu diskreditieren", sagt Thomas Möller, Energieberater in München. "Die dena tut sich mit derartigen PR-Aktionen keinen gefallen. Sie verunsichert damit lediglich den Verbraucher ". Im dena Internet-Auftritt der dena sind Empfehlungen zur kostengünstigen Modernisierung eine Option (http://www.dena-energieausweis.de/page/index.php?id=6285).

Die dena hat unserer Meinung den Bodenkontakt zum Immobilien- und Energieberatermarkt verloren. "Wir haben die Ergebnisse von weit über 100 Energie-Verbrauchsausweisen mit Mitarbeitern der dena diskutiert. Sie waren erstaunt, dass viele ältere Gebäude Energie-Verbrauchswerte von sanierten Altbauten erreichten und zum Teil sogar typische Verbrauchswerte des Neubaustandards unterschritten", so Möller. "Ein Mitarbeiter der dena wusste nicht, welche Modernisierungsempfehlung er für ein Zweifamilienhaus Baujahr 1985 mit einem Verbrauch von 120 kWh/m² pro Jahr (dies entspricht fast dem Neubaustandard) geben könnte".

Die dena empfiehlt Vor-Ort-Besuche der Energieberater zur Aufnahme der Objektdaten für die Erstellung der Energieausweise nach dem Energiebedarf und Energieverbrauch. Dieses dient sicherlich der Qualität der Energieausweise. Nachdem der Gesetzgeber auf den Druck der Immobilienwirtschaft den Verbrauchsausweis und die Ermittlung der Energie-Verbrauchs- und Gebäudedaten durch den Hauseigentümer in der EnEV zugelassen hat, sind Energieausweise, die über das Internet abgewickelt werden völlig legal. Der Gesetzgeber legt offensichtlich keinen Wert auf "qualitativ hochwertige" Energieausweise.

In seitens der Bundesregierung veröffentlichten Mitteilungen zum Energieausweis wird für Energie-Verbrauchsausweise ein Marktpreis von EUR 40,00 vorausgesagt. Allein diese Preisvorgabe zeigt, das der Gesetzgeber nur ein Interesse an der kostengünstigen Erstellung eines Pflichtdokuments für Hauseigentümer hat und keine Vor-Ort-Besuche im Sinn hat. Für EUR 40,00 gibt es im Handwerk gerade einmal eine Anfahrt zur Reparatur einer Waschmaschine, aber nicht die Inspektion eines Gebäudes, An- und Abfahrt und Erstellung eines Energieausweises durch einen selbständigen Diplom-Ingenieur.
Wir haben in einem Schreiben Herrn Stephan Kohler aufgefordert, die Zulässigkeit von Energieausweisen ohne Modernisierungsvorschläge richtig zu stellen (Kopie anbei).

Pressemitteilung energieberater-muenchen.info
31.07.2007

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Pressemitteilung der dena vom 26. Juli 2007
Vorsicht Falle: Energieausweis zum Dumpingpreis

Von: Energieberater - Möller - Brunhamstr. 43 - 81249 München

An:
Deutsche Energie Agentur GmbH (dena)
Herrn Stephan Kohler - Geschäftsführer
Chausseestr. 128a
10115 Berlin

Sehr geehrter Herr Kohler,

Ihre Pressemitteilung ist beinhaltet gezielt falsche Informationen, ist unsachlich und schürt nur Emotionen.

Sie führen aus, dass den Energieausweisen Modernisierungsempfehlungen beigefügt sein müssen. Fehlen die Sanierungstipps, ist der Ausweis ungültig.

Diese Aussage entspricht nicht dem Inhalt der EnEV Par 20. Dort steht: "Sind kostengünstige Verbesserungen der energetischen Qualität (Energieeffizienz) möglich, hat der Aussteller des Energieausweises dem Eigentümer anlässlich der Ausstellung eines Energieausweises entsprechende Empfehlungen in Form von kurz gefassten fachlichen Hinweisen auszustellen (Modernisierungsempfehlungen). .... Sind Modernisierungsempfehlungen nicht möglich, dann hat der Aussteller dies dem Eigentümer anlässlich der Ausstellung des Energieausweises mitzuteilen."

Offensichtlich kennen Ihre Mitarbeiter diesen Passus der EnEV besser, als Sie, denn auf Ihrer Webseite "http://www.dena-energieausweis.de/page/index.php?id=6285" ist die Ausstellung der Modernisierungsempfehlungen eine Option. Unter diesem Aspekt ist die in Ihrer Pressemitteilung angeführte Pflicht zu Modernisierungsempfehlungen und Ungültigkeit von Energieausweisen ohne Modernisierungsempfehlung nur als Kampagne zur Herabwürdigung von Energieberatern zu sehen, die die Bandbreite der in der EnEV erlaubten Erstellung von Energieausweisen auf der Basis von Eigentümerdaten nutzen.

In Bezug auf die Ausstellung von Energieausweisen haben Sie wohl den Bodenkontakt mit dem Immobilien- und Energieberatungsmarkt verloren. Anstatt herauszufinden, warum ein Energieberater Verbrauchsauasweise zu Einführungs- bzw. "Dumpingpreisen" anbietet, machen Sie solche Angebote von vornherein anrüchig und rücken sie in an den Rand der Illegalität.

Wir haben über einen Zeitraum von 4 Wochen die Erstellung von Verbrauchsausweisen für EUR 9,99 in Internet angeboten. Der Zweck dieses Angebots war, den Markt zu testen. Es ging uns insbesondere darum, innerhalb kurzer Zeit eine Anzahl an Aufträgen für Verbrauchsausweise für unsere eigene Erfahrungen zu sammeln. Nachdem wir auf "Einführungsangebote" mit EUR 35,-, 29,99, 19,99 keine Aufträge oder Reaktionen bekamen, haben wir uns entschlossen ein Angebot zu gestalten, das einen möglichst hohen Marktanteil sicherstellt. Hier die wichtigsten Ergebnisse, die ich auch mit Mitarbeitern Ihres Hauses diskutiert habe:

• Anstatt Hunderte von Aufträgen pro Tag / Woche erhielten wir immerhin durchschnittlich 3 - 7 Aufträge pro Tag.
• Eine Analyse aller in ebay angebotenen Angebote und "Bewertungen" der ebay Anbieter ergab weniger als 1 Auftrag pro Tag.
• Die energetische Qualität der Gebäude ist bei den Verbrauchsausweisen wesentlich besser, als bei den Bedarfsausweisen. Viele Altbauten (<1970) liegen im Bereich von 120 bis 200 kWh/m², Gebäude der 90er Jahre unterschreiten teilweise das Neubauniveau. Wir haben weit über 100 Verbrauchsausweise für Häuser, z.T. über 100 Jahre alt ausgestellt. Es gab keinen Ausweis mit über 250 kWh/m² pro Jahr Nach unserer Einschätzung liegen diese Häuser auf Bedarf gerechnet mindestens 30% höher. Dieses Problem wird uns auch von Herstellern von Energieberatungs-Software bestätigt. Damit ist der Bedarfsausweis für das Immobilienmarketing nicht von Vorteil.
• Ich habe das Thema "Kennzahlen in Verbrauchsausweisen" mit den durchschnittlich sehr niedrigen Verbrauchswerten mit Mitarbeitern Ihres Hauses besprochen. Auch sie waren etwas erstaunt über dieses Ergebnis. Auf die Frage, welche Modernisierungsvorschläge sie denn für ein 2-Familienhaus Baujahr 1985 mit 120 kWh/m² pro Jahr (fast Neubaustandard) machen würden, fiel Ihrem Mitarbeiter nichts dazu ein.
• Aus der Sicht des Immobilienmarketings gibt es für Immobilienanbieter (Verkauf / Miete) keinen Grund den von Ihnen empfohlenen Bedarfsausweis für Marketingaktivitäten zu nutzen. Der Verbrauchsausweis zeigt typischerweise bessere Werte und kostet weniger Geld.
• Eigentümer und Wohnungsverwaltungen sehen den Energieausweis nur als ein vom Gesetzgeber vorgeschriebenes Pflichtdokument. Ihre Vorstellung, dass mit dem Verbrauchsausweis verbrauchsmindernde Maßnahmen von den Eigentümern realisiert werden, liegen außerhalb der Realität. Eigentümer, die energetische Verbesserungen planen brauchen eine Energieberatung und bestellen keinen Verbrauchsausweis.

Nach unserer Erfahrung ist die Nachfrage nach Energieausweise derzeit so gut wie nicht existent. Wenn bis zum 31.12.2008 nur 3.000.000 Energieausweise ausgestellt werden müssen, dann sind dies rund 8.500 pro Werktag und keine niedrige zweistellige Zahl.

Im übrigen ist die Ausstellung von Energieausweisen kein wirkliches Geschäft für die 21.000 bei der dena registrierten Energieberater. Statistisch entfallen auf jeden Energieberater gerade 140 Ausweise (oder EUR 5.600 Umsatz). Von der Ausstellung von Verbrauchsausweisen können Energieberater nicht leben. Durch die Zulassung des Verbrauchsausweises ist für die Energieberater auch ein wesentlicher Markt weggebrochen.

Mit Ihrer Pressekampagne haben Sie keinen konstruktiven Beitrag zur Verbreitung der Energieausweise geleistet. Der Flurschaden liegt in der erneuten Verunsicherung der Haus- und Wohnungseigentümer und führt damit einer weiteren Verzögerung des Anlaufs der Ausstellung von Energieausweisen.

Wir bitten Sie, durch eine weitere Pressemitteilung richtig zu stellen, dass Energieausweise ohne Modernisierungsempfehlungen nicht grundsätzlich rechtswidrig und damit ungültig sind.

Mit freundlichen Grüßen
Thomas Möller

Schreiben energieberater-muenchen.info
31.07.2007

Kommentar: ohne
DIMaGB, 10.08.2007

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BSI:
Verbrauchsausweis schon jetzt ein Erfolgsmodell
Stichtag 1. Juli 2008: Energieausweis wird Pflicht

Berlin - „Der Verbrauchsausweis ist ein Erfolgsmodell ", erklärte Lutz Freitag, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) und Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen zum heutigen Stichtag. Diese Ausweisvariante sei bereits jetzt bei den Hauseigentümern weitgehend vorhanden. „Der Verbrauchsausweis hat gleich mehrere Vorteile: Er berücksichtigt bereits umgesetzte Energieeinsparmaßnahmen wesentlich besser und ist kostengünstiger als der Bedarfsausweis. Zudem dürfte er sogar besonders vor Manipulationen geschützt sein, da Energieverbrauch und Wohnfläche des Gebäudes in den Heizkostenabrechnungen dokumentiert sind", so der BSI-Vorsitzende.

Allerdings müsse berücksichtigt werden, dass der Mieter oder Käufer aus keinem der gesetzlich vorgesehenen Energieausweise seinen zukünftigen Energieverbrauch oder die Energiekosten erfahre. Ein Energieausweis gelte für das gesamte Gebäude, nicht für eine Wohnung. Die Kosten könne ein Energieausweis nicht abbilden, da diese wesentlich vom Preis des Energieträgers abhängen würden, der je nach Energieversorgungsart um das Doppelte und mehr schwanken könne. Das bedeute: ein doppelt so hoher Verbrauch könne unter Umständen mit den gleichen Kosten verbunden sein.

Ab dem 1. Juli 2008 müssen Haus- und Wohnungseigentümer, die ihre Immobilie verkaufen oder vermieten möchten, dem potentiellen Käufer oder Mieter einen Energieausweis des Gebäudes zugänglich machen. Dies gilt zunächst für alle Häuser, die bis 1965 fertiggestellt wurden. Jüngere Gebäude müssen erst ab dem 1. Januar 2009 einen Energieausweis vorweisen. Für Baudenkmäler müssen keine Energieausweise erstellt werden. Der Energieausweis soll Auskunft über den energetischen Zustand eines Gebäudes geben und so für mehr Information und Transparenz sorgen. Ab heute gelten zwei Typen des Energieausweises: Der Verbrauchsausweis wird auf Basis des gemessenen Energieverbrauchs der letzten drei Jahre erstellt, der Bedarfsausweis arbeitet mit dem berechneten Energiebedarf des Gebäudes.

Bei Gebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten kann grundsätzlich zwischen beiden Ausweisvarianten gewählt werden. Für kleinere und ältere Häuser gilt diese Wahlfreiheit nur noch bis zum 30. September 2008. Danach müssen Eigentümer von Wohngebäuden mit weniger als fünf Wohneinheiten, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 erstellt wurde und die das Anforderungsniveau der 1. Wärmeschutzverordnung nicht erreichen, einen Bedarfsausweis vorweisen.

01.07.2008, Medienonformation der BSI
Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI)
im GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienverbände e. V.

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Makler befürchten:
Energieausweis schafft Bürokratie statt Transparenz

Nach ersten Erfahrungen im täglichen Umgang mit dem Energieausweis erwartet die Mehrheit der deutschen Makler vor allem mehr Bürokratie und finanzielle Einbußen bei der Vermittlungstätigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Maklerbefragung von Immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale.

Nürnberg, 9. Dezember 2008. Viele Makler sehen dem täglichen Umgang mit dem Energieausweis mit gemischten Gefühlen entgegen: Jeder Vierte erwartet im Geschäft mit den Mietkunden vor allem mehr Bürokratie, im Kaufkundengeschäft fürchten sogar 30 Prozent der Makler mehr Schreibtischarbeit. Besonders in der mehrjährigen Anfangsphase, wenn viele Papiere noch ausgestellt werden, rechnen viele Makler mit mehr Abstimmungsbedarf zwischen Kunden und Eigentümern.

Weiterhin werden von Immobilienvermittlern finanzielle Einbußen prognostiziert. Wenn der Energieausweis schlechte energetische Eigenschaften identifiziert, sinkt die Attraktivität mancher Immobilien. Dementsprechend befürchten 11,5 Prozent der Makler, diese nur schwer vermitteln zu können. Dies erhöht die Vermittlungskosten und senkt im schlechtesten Fall die Vermittlungsprovision. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Makler-Befragung von Immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale.

Vergleichsweise wenig Immobilienvermittler sehen der neuen Richtlinie uneingeschränkt positiv entgegen und erhoffen sich mehr Transparenz für die tägliche Arbeit - im Hinblick auf das Geschäft mit Mietimmobilien sind es gerade einmal 14,4 Prozent der Makler, bei Kaufimmobilien rund 23 Prozent. Denn hat eine Immobilie gute energetische Werte, lässt sich diese mit Hilfe des Ausweises besser vermitteln.

Für den Energieausweis einer Immobilie interessieren sich bisher vor allem potentielle Käufer. Mehr als jeder vierte Vermittler von Kaufimmobilien wird bereits häufig von seinen Kunden danach gefragt, obgleich das Gesetz für neuere Gebäude erst ab Januar 2009 gilt. Der Kauf einer Immobilie will eben später nicht durch hohe Energiekosten bereut werden. Eine Immobilie ist schließlich oft eine Investition für das Leben.

An der Umfrage haben im November 2008 über 1.090 Makler teilgenommen, die auf Immowelt.de ihre Immobilien angeboten haben.

Presse-Information immowelt.de
Nürnberg, 9. Dezember 2008


Aussteller von Energieausweisen: Die Haus-Klinik für Bauherren, Erwerber und Eigentümer von Immobilien

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Bundesregierung beschließt die Einführung von Energieausweisen für Gebäude
Stärkung der Energieeffizienz im Gebäudebereich
Gemeinsame Presseerklärung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie und des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung

Die Bundesregierung hat heute die gemeinsam vom Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Michael Glos, und dem Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, vorgelegte neue Energieeinsparverordnung (EnEV) beschlossen und einen Bericht zur Förderung der energetischen Gebäudesanierung beraten. Mit der EnEV wird der Weg zur Einführung von Energieausweisen für den Gebäudebestand geebnet. Ab Anfang 2008 soll in drei Schritten die Pflicht eingeführt werden, beim Verkauf und bei der Vermietung von Gebäuden und Wohnungen Kauf- und Mietinteressenten einen Energieausweis für das Gebäude zugänglich zu machen.

Bundesminister Michael Glos betonte: "Der sparsame und effiziente Umgang mit Energie ist unabdingbare Voraussetzung für eine sichere und kostengünstige Energieversorgung. In gleichem Maße werden auch Ressourcen und Klima geschont. Die jetzige Novelle der EnEV geht einen weiteren Schritt in die Richtung, den Energieverbrauch zu senken. Die künftigen Energieausweise mit ihren Modernisierungsempfehlungen setzen einen wichtigen Anreiz zur energetischen Sanierung. Mit den Neuregelungen wird die EnEV zu einem zentralen Element der Energieeffizienz- und der Klimapolitik der Bundesregierung weiterentwickelt."

Dazu erklärte Bundesminister Wolfgang Tiefensee:
"Mit der geplanten Änderung der Energieeinsparverordnung betreten wir Neuland. Der Energieausweis soll mehr Transparenz in den Immobilienmarkt bringen. Mieter und Käufer können künftig auf einen Blick einen Eindruck bekommen, welche Kosten sie für Heizung und Warmwasser zu erwarten haben. Energieeffiziente Gebäude sind damit klar im Vorteil."

Nach der künftigen Verordnung können Eigentümer und Vermieter von Wohngebäuden mit mehr als vier Wohneinheiten wählen, ob sie den Energieausweis auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs oder des tatsächlichen Energieverbrauchs verwenden. Das Gleiche gilt für Wohngebäude mit bis zu vier Wohnungen, wenn sie entsprechend dem Standard der 1977 erlassenen Wärmeschutzverordnung errichtet oder später auf diesen Standard gebracht worden sind. Der Bedarfsausweis soll nur für Wohngebäude (mit bis zu vier Wohnungen) aus der Zeit vor der Wärmeschutzverordnung von 1977, die dieses Anforderungsniveau nicht erreichen, vorgeschrieben werden.

Übergangsweise soll es bis zum 31. Dezember 2007 möglich sein, sich in allen Fällen Energieausweise wahlweise auf Bedarfs- oder auf Verbrauchsgrundlage ausstellen zu lassen.

Für Nichtwohngebäude sollen beide Varianten generell erlaubt werden.

Für Wohngebäude die bis 1965 fertig gestellt wurden, wird der Energieausweis am 1. Januar 2008 Pflicht, für jüngere Wohngebäude am 1. Juli 2008 und für Nichtwohngebäude am 1. Januar 2009.

Zur Kostenbegrenzung darf auf Pauschalen und fachlich gesicherte Erfahrungswerte zurückgegriffen werden. Auch eine Begehung des Gebäudes durch einen Gutachter ist nicht vorgeschrieben, kann aber im Einzelfall erforderlich sein; der Eigentümer kann Angaben und Nachweise zum Gebäude zur Verfügung stellen.

Die Verordnung dient der Umsetzung der EG-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden. Sie bedarf vor dem Inkrafttreten noch der Zustimmung des Bundesrates. Im Beschluss der Bundesregierung ist die Anerkennung von Energieausweisen vorgesehen, die auf der Grundlage der EnEV in der Fassung des Kabinettbeschlusses vom 25. April 2007 ausgestellt werden.

Pressemitteilung BMVBS & BMWT
25.4.2007

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Energieverbrauch oder -bedarf
Zwei Varianten des Energieausweises

Ab 2008 muss beim Verkauf oder der Neuvermietung eines Wohngebäudes ein Energieausweis vorgelegt werden. Darin wird auf einen Blick zu erkennen sein, ob es sich um eine sparsame Immobilie oder um eine Energieschleuder handelt. Der Initiativkreis Erdgas & Umwelt (IEU) informiert Haus- und Wohnungsbesitzer über ihre Pflichten und über die verschiedenen Varianten des Ausweises.

Energieausweise können auf zweierlei Weise ausgestellt werden: Grundlage der verbrauchsorientierten Variante ist der Energieverbrauch, den die Bewohner der Immobilie in den letzten Jahren hatten. In diese Werte fließt also auch das Verhalten der Bewohner ein. Wenn diese beispielsweise besonders warme Räume bevorzugten oder bei gekippten Fenstern heizten, so hat dies eine schlechtere Einstufung des Gebäudes zur Folge.

Der bedarfsorientierte Ausweis dagegen betrachtet allein die vorhandene Bau- und Heiztechnik: Aus der Qualität von Heizungsanlage sowie Wärmeschutz wird der Heizwärmebedarf des Gebäudes ermittelt – unabhängig vom Verhalten der Bewohner. Diese Variante ist etwas aufwändiger zu erstellen, schließlich reicht nicht nur ein Blick auf die Heizkostenrechnungen.

Vorgeschrieben ist ein bedarfsorientierter Energieausweis nur bei Gebäuden mit weniger als fünf Wohneinheiten, die vor 1978 gebaut und seither nicht energetisch saniert wurden. Bei größeren, jüngeren sowie energetisch sanierten Gebäuden besteht eine Wahlfreiheit zwischen beiden Ausweisarten. Laut Initiativkreis Erdgas & Umwelt haben auch alle Hausbesitzer die freie Wahl, die schon vor dem 1. Januar 2008 einen Energieausweis ausstellen lassen.

Energieausweise sind zehn Jahre lang gültig. Immobilienbesitzer sollten darauf achten, dass der ausstellende Fachhandwerker oder Ingenieur entsprechende Berechtigungsnachweise vorlegen kann. Hinsichtlich der Kosten für die Ausstellung warnt der IEU vor überhöhten Angeboten.

Beide Ausweisvarianten werden Hinweise auf Modernisierungsmaßnahmen enthalten, mit denen der energetische Zustand der Immobilie verbessert werden kann. Nicht zuletzt aus diesem Grund erwartet der Initiativkreis Erdgas & Umwelt, dass die Einführung von Energieausweisen wichtige Impulse zur energetischen Sanierung von Wohngebäuden setzen wird.

Im Rahmen der Heizungsmodernisierung wird speziell die energiesparende Kombination Gas-Brennwert und Solar zu einer deutlich besseren Einstufung von Altbauten führen – sowohl im Verbrauchs- als auch im Bedarfsausweis. Zum Thema „Brennwert und Solar“ bietet der IEU eine kostenlose Broschüre an. Zu beziehen unter: Telefon-Hotline 0 18 02/34 34 52 (6 Cent pro Gespräch) oder Internet www.ieu.de.

Berlin und Essen, 12.04.2007



Es gibt zwei Varianten des Energieausweises. Bild: IEU

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Bedarfspass vs. Verbrauchpass: ein Praxisbeispiel aus Nürnberg

"... Im Ergebnis hängt jetzt im Rathaus ein Energiepass aus, der sowohl den rechnerischen Bedarf des Gebäudes für Beheizung, Belüftung, Kühlung und Strom für Kunstlicht unter normierten Randbedingungen abbildet, als auch den tatsächlichen Verbrauch für Heizung und den Strom im Vergleich zu einem bundesdeutschen Durchschnittswert für Rathäuser und Ämtergebäude bewertet.

Die Daten des Verbrauchspasses zeigen Mehrverbräuche des Nürnberger Rathauses bei den Heizungs- und Stromverbräuchen gegenüber den bundesdeutschen Durchschnittswerten der Kategorie Ämtergebäude. So liegen der Heizenergieverbrauch des "Alten Rathauses" (Datenbestand von 2002 und 2003) um etwa 16 Prozent und der Stromverbrauch um 60 Prozent über dem jeweiligen Bundesdurchschnittswert. Als Ursachen dafür werden die teilweise wärmeschutztechnisch nicht optimalen Fenster des Gebäudekomplexes und der relativ große Aufwand für Kühlung und Belüftung der besonderen Räumlichkeiten im "Alten Rathaus" (Historischer Rathaussaal, Goldener Saal, Ehrenhalle) gesehen.

Dem gegenüber stehen die Daten des Bedarfspasses: Der rechnerische Heizenergiebedarf wurde nach DIN V 18599 mit 252 kWh pro Quadratmeter und Jahr ermittelt. Dass dieser Wert etwa doppelt so hoch wie der tatsächliche Verbrauchswert (122,5 kWh pro qm und Jahr) ist, zeigt die Schwächen des Berechnungsansatzes und der Rechenmethodik. Diese Erfahrungen, Kritikpunkte und Verbesserungsvorschläge des Kommunalen Energiemanagements der Stadt Nürnberg und der Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH werden in die Evaluation des Feldversuchs einfließen.

Der Energiepass hängt im Alten Rathaus der Stadt Nürnberg, Eingang Fünferplatz 1 öffentlich aus. Im Jahr 2006 wird es mit Inkrafttreten der Energieeffizienzverordnung unter anderem für die Stadt Nürnberg zur Pflicht, für weitere etwa 300 städtische Gebäude, wie Schulen, Kindertagesstätten, Ämtergebäude, Altenheime, Bäder und ähnliche, solche Energiepässe zu erstellen und auszuhängen."

Quelle:
Stadt Nürnberg
Nachrichten aus dem Rathaus
Nr. 1041 / 09.12.2005
Titel: Erster bayerischer Energiepass für ein Rathaus in Nürnberg vorgestellt

Nachdem der Nutzen des bedarfsorientierten Energieausweises hierdurch trefflich dokumentiert wurde, nun noch eine  Kostenbetrachtung.

Energiebedarfsausweis Energieverbrauchsausweis
Zusammenstellung der Unterlagen
Inaugenscheinnahme
ergänzende Bestandsaufnahme
Berechnungen
Abstimmungen
Ausstellen des
Energiebedarfsausweises
Zusammenstellung der vom
Auftraggeber zur Verfügung
gestellten Verbrauchsdaten,
Klimakorrektur
Abstimmung
Ausstellen des
Energieverbrauchsausweises
Zeit ca. 15 Ingenieurtage Zeit ca. 1 Ingenieurtag

Quelle:
dena Feldversuch Energieausweis Altes Rathaus Nürnberg
VBI dena Feldversuch Nichtwohngebäude
Wolfgang Sorge Ingenieurbüro für Bauphysik GmbH Nürnberg
Prof. Dipl.-Ing. Wolfgang Sorge
Folie 18

Kommentar:
Offensichtlich darf etwas, was nichts nützt (Heizenergiebedarf doppelt so hoch berechnet wie Ist-Wert) auch noch viel mehr kosten. Worin besteht der Beitrag zum Umweltschutz? Welche Sanierungsempfehlungen sind aus dem Ergebnis des bedarfsorientierten Passes, insbesondere mit Blick auf den Heizenergiebedarf, abzuleiten?
Übrigens: dass die Vornorm DIN 18599 Schwächen im Berechnungsansatz und in der Rechenmethodik aufweist, wird sicher nichts daran ändern, dass sie demnächst zur Norm gekürt wird.

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Bedarfsausweis im Praxistest

In einem Praxistest der Immobilien-Spitzenverbände ist der Bedarfsausweis indes durchgefallen.

Die beteiligten Verbände hatten zwei Objekte ausgewählt und unabhängig voneinander von Energieberatern untersuchen lassen. Mehrere Bedarfsausweis nach dem dena-Verfahren wurden ausgestellt. Analyseziele: Die vermuteten Unterschiede bei der Ermittlung der festzustellenden Werte waren aufzudecken.

Die Ergebnisse sowohl für das Einfamilienhaus, als auch für das Mehrfamilienhaus hätten deutlicher kaum ausfallen können. 60 % Unterschied in der Disziplin Primärenergiebedarf beim Mehrfamilienhaus und 54 % für das Einfamilienhaus.

Bei einer Einteilung nach dem – erfreulicherweise nicht mehr diskutierten - Stufenlabel wären damit Klassifizierungen von C bis E möglich gewesen. Theoretisch hätte den Objekten damit nach einer durchgeführten Modernisierung ein schlechteres Ergebnis als vor der Modernisierung bescheinigt werden können.

Betrachtet man daneben noch die teilweise abenteuerlichen Modernisierungstipps bleibt festzuhalten: Die Ausweise waren Ihren Preis von bis zu 1.070 EURO nicht wert.

aus:
Energieausweis für den Gebäudebestand jetzt einführen

Haus & Grund Deutschland
Zentralverband der Deutschen Haus-,
Wohnungs- und Grundeigentümer e.V.
Ansprechpartner/in RA Wolf-Bodo Friers
Datum Juni 2006

Querverweis:
:: Was kann und soll ein Energieausweis für Wohngebäude leisten?
   Die Langfassung des Praxistests

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Energiepass - Zeitplan

Nov. 2003  Start des Feldversuches der dena
Dez. 2004  Abschluss des Feldversuches
Jan. 2005   Start der Markteinführungskampagne
Mrz. 2005   Vorlage des Berichtes zum Feldversuch
Apr. 2005    Vorlage des Referentenentwurfs zur EnEV
04.01.2006  Inkrafttreten der EnEV 2006

Energiepass - aktueller Stand

30.04.2005:
Es liegt kein Bericht zum Feldversuch vor. Sucht man bei BMVBW danach, stellt man fest, dass es zum Suchbegriff "energiepass" keine Ergebnisse gibt.

Mai 2005:
die Ergebnisse des Feldversuches wurden anlässlich der Berliner Energietage vorgestellt. Was zu erwarten war: es handelte sich ausschließlich um bedarfsorientierte Betrachtungen, d.h. es interessiert nicht der tatsächliche Verbrauch.

03.11.2005:
Regierungsbildung bremst den Energiepass aus
"... Doch vorerst muss abgewartet werden, wann die EnEV 2006 nun wirklich in Kraft treten kann. Der übliche Ablauf über Referentenentwurf, Anhörung der Länder und Verbände, Kabinettsbeschluss, Zustimmung durch den Bundesrat bis zum Inkrafttreten der EnEV könnte bestenfalls, wenn er ohne Verzögerungen läuft, im Juli 2006 erfolgreich sein. Dabei müssen aber schon allein die bisher beteiligten Ministerien in gleicher Form erhalten bleiben und ebenso ihre Zuständigkeiten in dieser Sache. Bei Verzögerungen durch die Regierungsbildung kann möglicherweise sogar erst im Herbst 2006 mit der EnEV gerechnet werden.


04.01.2006:
Mit der Umsetzung der Gebäuderichtlinie ist die Bundesregierung seit heute in Verzug.

04.04.2006:
Bundesbau- und Bundeswirtschaftsminister haben einen gemeinsamen Vorschlag zur Novellierung der EnEV in die Abstimmung innerhalb der Bundesregierung gegeben. Danach haben Eigentümer und Vermieter ein Optionsrecht: sie dürfen zwischen dem bedarfsorientierten Energieausweis (auf der Grundlage des Energiebedarfs) und dem verbrauchsorientierten Energieausweis (auf der Grundlage des tatsächlichen Energieverbrauchs) wählen.

Erwartet wird, dass über den "gewählten marktwirtschaftlichen Ansatz beide Energieausweise einen Anreiz für energetische Sanierungen setzen werden“. Beide Varianten müssen Empfehlungen für die Modernisierung von Gebäuden gegeben, „sofern solche Maßnahmen kostengünstig durchgeführt werden können“. *

Im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms der Bundesregierung sollen die Bedarfsausweise bei umfassenden Sanierungsmaßnahmen als Nachweis genutzt werden. Es sind Übergangsregelungen zum schrittweisen Wirksamwerden der Regelungen für die Zeit nach dem Inkrafttreten der Verordnung eingeplant.

* Kommentar DIMaGB: dann dürften einige Maßnahmen a priori wegfallen.

Quelle: Newsletter von Haustechnikdialog.de
Kommentar DIMaGB:
Furchtbar! Da werden Klima und Umwelt wohl noch etwas länger auf ihre Rettung warten müssen.

20.04.2006:
Gemunkel und Unklarheiten

"Vorgelegt und doch nicht da. Der EnEV-Referentenentwurf ist momentan noch Verschlusssache. Wir tippen auf eine Veröffentlichung innerhalb der nächsten 14 Tage. Spannend wird dann sein, ob Energieausweise gemäß eines Berichts in der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG erst ab Anfang 2009 Pflicht werden."
aus: GEB-Newsletter

Und man erfährt: "Der Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker fordert einen bedarfsorientierten Energieausweis im Gebäudebestand für größere Transparenz anstelle eines Optionsrechts zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweis." (Quelle: ebenda)

Kommentar: ja, was sollen die denn sonst fordern? Wer sieht schon gern seine Felle wegschwimmen? Da qualifiziert man sich mühsam übers Wochenende für teures Geld vom Bodenleger zum Energieberater - und dann soll einem die schöne ABM-Maßnahme beschnitten werden.

07.07.2006:

Das BMU soll "scharfe Kritik" am EnEV-Referentenentwurf von BMVBS und BMWI geübt haben, was sich besonders auf die generelle Wahlmöglichkeit zwischen Verbrauchs- und Bedarfspässen bezieht. Eine wahlweise Ausstellung ungeachtet der Gebäudegröße und der Gebäudenutzung würde der Beliebigkeit Tür und Tor öffnen. Ein Entwurf steht zum Download, er ist unabgestimmt und unverbindlich. Die Energieausweise für Gebäude sollen ab spätestens 2007 eingeführt werden (Dezember ist auch noch "spätestens 2007"). Der Deutsche Mieterbund begrüßt, dass die Debatte neu eröffnet wird.

11.07.2006:

Energiepass Initiative Deutschland (EID), ein Zusammenschluss aus Verbänden der Dämmstoff- und Glasindustrie sowie der Heizungswirtschaft, prophezeit, dass die Diskussion um den Energieausweis für Gebäude als Luftnummer ende.

21.08.2006

Am 19.08. meldet Der Tagesspiegel, dass sich die Einführung des Gebäudeenergieausweises weiter verzögern werde. Grund: das bayerische Innenministerium blockiere eine bereits auf Bundesebene erzielte Einigung (ohne Wahlfreiheit zu bürokratisch)


07.09.2006:

Die Gerüchteküche munkelt wieder einmal drauflos: "Überraschend wurde im Juni bekannt, dass das Wirtschaftsministerium noch in diesem Jahr die Novellierung der HOAI abschließen will. Doch die Ingenieur- und Architektenorganisationen sind mit wesentlichen Elementen nicht einverstanden." (Gebäude Energieberater Newsletter).

10.2006

Der Showstart ist nunmehr für 2008 festgelegt. Bis dahin dürfte im Hintergrund noch kräftig geschachert und gemauschelt werden. Zudem wird in 2007 eine gewaltige Propagandamaschinerie anlaufen. Es geht um ein Milliarden schweres Geschäft (Sanierung) und für das Schönrechnen werden Millionen kassiert. Seminare, Lehrgänge, Zertifizierungen werden eine Hausse erleben. Von Energieberatern wird es nur so wimmeln, viele davon werden ihre Erfahrungen auf einem mehr oder weniger teuren Wochenendlehrgang sammeln. Schau ´n wir mal.

16.11.2006:

der Referentenentwurf zur EnEV 2006 ist veröffentlicht
(das muss aber eine umgeschriebene Version sein, die nun nicht mehr "scharfe Kritik" erfahren muss)

Dazu der GEB Newsletter vom 19.11.2006: "Referentenentwurf veröffentlicht
Stolze 317 Tage nach dem eigentlichen Termin für die nationale Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie liegt nun zumindest der EnEV-Referentenentwurf vor. Vergleicht man ihn mit der Glos/Tiefensee-Version aus April, fragt man sich schon: Warum nur so viel Zeit? Denn viel oder gar substanziell geändert wurde nicht. "

25.04.2007

Die Einführung der Gebäudeenergieausweise ist beschlossen.

08.06.2007:

Der Bundesrat stimmt der EnEV mit Änderungen zu.

27.06.2007

Das Bundeskabinett hat die am 8. Juni vom Bundesrat beschlossenen Änderungen angenommen.

Das Bundeskabinett hat am 27.06.2007 den Maßgaben des Bundesrates zur Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007) zugestimmt und somit die EnEV 2007 beschlossen. Die Verordnung wird voraussichtlich im Juli im Bundesanzeiger veröffentlicht werden und tritt dann am 01.10.2007 in Kraft.
Mit Inkrafttreten der EnEV 2007 wird die Ausstellung von Energieausweisen in Bestandsgebäuden ab dem 01. Juli 2008 schrittweise verpflichtend eingeführt. Eine Zusammenfassung der neuen EnEV 2007 sowie weitere Informationen finden Sie unter www.dena-energieausweis.de.

dena, 28.06.2007

26.07.2007

Die EnEV ist im Bundesgesetzblatt erschienen. Sie tritt am 1. Oktober 2007 in Kraft.

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Drei Modelle für einen Pass
ARGE und GdW: gemeinsamer Enwurf

Elektrogeräte werden zunehmend anhand der Energieeffizienzklasse gekauft: Bei Waschmaschinen sind das fast 60 Prozent Geräte der Klasse A. Die Verbraucher sind also bereit, mehr Geld für höhere Energieeffizienz auszugeben. Bei Gebäuden will die Politik eine ähnliche Entwicklung: durch den Gebäudeenergiepass. Über die Nachfrage will sie den Druck auf Vermieter und Immobilienbesitzer erhöhen.

Die EU-Richtlinie zur Gesamtenergieeffizienz in Gebäuden ist Basis für den Pass. Er muss ab Anfang 2006 immer dann verfügbar sein, wenn Gebäude oder Wohnungen den Eigentümer oder Mieter wechseln, und ist zehn Jahre gültig. Drei Modelle liegen vor, die sich in Aufwand, Verfahren, Inhalt und Kosten deutlich unterscheiden. Die Deutsche Energieagentur (dena) entwickelte einen Ausweis auf Basis des errechneten Bedarfs in Lang- und Kurzform. Er macht die körperliche Bestandsaufnahme von Gebäudehülle, -fläche, -dämmung, Heizanlage etc. durch den Fachmann (Architekt, Energieberater u. ä.) notwendig. Kosten: im Kurzverfahren rund 250 Euro, im Langverfahren und für große Gebäude über 500 Euro.

Ein drittes Modell ist der Energieverbrauchsausweis, den die Mehrheit der Wohnungswirtschaft bevorzugt. Er ist einfach zu erstellen (z. B. durch Wärmemessdienst- Unternehmen), leicht zu verstehen und kostengünstig (20 bis  30 Euro). Grundlage sind Daten aus der jährlichen Verbrauchsabrechnung. Weiterer Vorteil: Er kann kostengünstig jährlich ausgestellt werden und damit Veränderungen zeitnah dokumentieren. Dazu haben die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung (ARGE) und der Bundesverband deutscher Wohnungs- und  Immobilienunternehmen (GdW) einen gemeinsamen Entwurf erarbeitet.

Fachleute glauben, dass bereits 2006 rund 2,5 Millionen Energiepässe ausgestellt werden müssen, davon 1,4 Millionen aus Vermietungen bei Mehrfamilienhäusern.

Zudem sieht die Wohnungswirtschaft rechtliche Unsicherheiten: Laut EU-Richtlinie soll der Pass lediglich informieren. Weitere Rechtsansprüche sollen sich aus  ihm nicht ableiten lassen. Da der Pass aber als Anhang für Kauf- und Mietverträge aufgenommen werden soll, sind Ansprüche aus zugesicherten Eigenschaften nicht auszuschließen. Bei Abweichungen von berechneten Bedarfswerten zu konkreten Verbräuchen besteht die Gefahr von Rechtsstreitigkeiten.

Auf Gebäudeeigentümer und Verwalter warten außer den Kosten neue Aufgaben, der Verwaltungsaufwand steigt: Mitarbeiter müssen für Mieterfragen zum Energiepass geschult und die Neuvermietungen entsprechend vor bereitet werden. Außerdem müssen Mietverträge das Thema berücksichtigen. Und Bestandsmieter wollen wissen, wie die Energieeffizienz ihres Gebäudes ist. Dann heißt es antworten – per Energiepass. Welche Variante sich durchsetzt, ist offen. Natürlich erhält der Neubau Bedarfspässe, im Bestand könnten möglicherweise beide eingesetzt werden: Der Verbrauchspass zeigt den Handlungsbedarf, der Bedarfspass gibt Entscheidungshilfen für gezielte Maßnahmen.

www.arge-heiwako.de
in: Der Techem-Report, Nr. 66, April 2005

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Der verbrauchsbasierte Energieausweis ist ehrlicher als der Energiebedarfsausweis

Die EU hat mit der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden den Energieausweis für ganz Europa auf den Weg gebracht. Deutschland ist wie alle anderen Mitgliedstaaten aufgefordert, den Energieausweis bis spätestens 4. Januar 2006 verbindlich einzuführen. Diskutiert wird im Moment vor allem darüber, welche Art von Energieausweis kommen soll: der so genannte Bedarfsausweis - basierend auf theoretischen Annahmen oder die praxisgerechtere und vor allem deutlich preiswertere und verbrauchernahe Variante - der Energieausweis auf Verbrauchsbasis.

Bereits bei der Entwicklung der EnEV wurde im politischen Raum artikuliert, für bestehende Gebäude verpflichtende Energieverbrauchskennwerte einzuführen. Wegen der aber bis heute fehlenden Rechtsgrundlage im Energieeinsparungsgesetz (EnEG) hat man aus Zeitgründen davon abgesehen und entschied sich zunächst für eine freiwillige Losung.

Die Zeit der Energieausweise auf freiwilliger Basis geht zu Ende, denn auch für bestehende Gebäude hat die EU mit dem Inkrafttreten der Gesamtenergieeffizienzrichtlinie zum 1.1.2003 die Voraussetzungen für die Schaffung einer nationalen Rechtsgrundlage erwirkt. Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Wohnungswesen (BMVBW) hat seine Zielvorstellungen für den Energieausweis in sechs wesentlichen Merkmalen definiert. Sie müssen Auskunft geben über die energetische Gebäudequalität, die warmen Betriebskosten, müssen eine hohe Verständlichkeit und Verbraucherfreundlichkeit besitzen. „Die Erstellung von Energieausweisen soll zwar eine gewisse Diagnose und Beratung beinhalten, darf jedoch nicht zu extremen Kosten und Bürokratie führen", so Baudirektor Hegner auf den Berliner Energietagen 2004. Daher soll es möglich sein, dass auch Energieverbrauchskennzahlen für bestimmte Gebäudekategorien verwendet werden können.

Die Wohnungswirtschaft hat diesen Ansatz dankbar aufgenommen, hat sie doch Zweifel an einem bedarfsbasierten Energieausweis. Denn es steht zu befürchten, dass in zahlreichen Fällen Wohnungsmieter nach Einsichtnahme in ingenieurmäßig erstellte Energieausweise auf Bedarfsbasis Mietminderungsansprüche gegen ihre Vermieter geltend machen oder diese auf Vornahme einer bestimmten Modernisierung bzw. Sanierung verklagen.

Und man muss so ehrlich sein und konstatieren, dass der Energieausweis an sich noch keine Kilowattstunde einspart. Dies sieht auch der wissenschaftliche Fürsprecher eines bedarfsorientierten Ansatzes, Prof. Gerd Hauser so. Ingenieurmäßige Betrachtungen im Bestand sind zwangsläufig theoretischer Natur - wer kann schon ohne Öffnung der Konstruktion den Aufbau z.B. einer mehrschaligen Außenwand bestimmen oder unter die Bodenplatte eines Gebäudes schauen, ob dort eine Perimeterdämmung vorhanden ist oder nicht. Noch weniger ist es möglich, den Wirkungsgrad einer Heizungs- und/ oder Warmwasserbereitungsanlage ohne wissenschaftlich durchgeführte Messungen festzustellen. Mangels genauerer Kenntnisse müssen daher i.d.R. pauschale Annahmen über die energetische Gebäudequalität getroffen werden müssen. Damit sollte ein Mieter nicht zufrieden sein.

Damit wird deutlich, dass der bedarfsbasierte Ansatz nur eine theoretische Momentaufnahme und in keiner Weise praxisgerecht ist. Er kostet zudem viel Geld und dieses Geld fehlt der Wohnungswirtschaft für energetische Modernisierungen. Viel transparenter, viel verbraucherfreundlicher und viel preiswerter ist da der Energieausweis auf Verbrauchsbasis. Kurzum - er ist die ehrlichere Alternative. Er basiert auf gesetzlichen und normierten Grundlagen. Die Verbände der Wärmemessdienstunternehmen haben ein Konzept entwickelt, das zudem Pilotcharakter für die europäischen Nachbarn haben kann.

HeiWaKo
Pressemitteilung Nr. 11/2004

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Anhörung zum Energieeinsparungsgesetz
BDH fordert verbrauchsorientierten Gebäudepass

Der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Deutsche Mieterbund, der Zentralverband des deutschen Baugewerbes, der BDH und die VdZ haben sich anlässlich der heutigen Anhörung zur Novelle des Energieeinsparungsgesetzes (EnEG) im Bundestagsausschuss für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen eindeutig für eine konsequente Umsetzung der Gebäudeeffizienzrichtlinie Anfang 2006 ausgesprochen. Die Verbände sehen die Richtlinie als überfällige ordnungsrechtliche Chance, die enormen CO2-Minderungs- und Energieeinsparpotentiale im Gebäudebestand zum Wohl der Umwelt und der Nutzer von Immobilien auszuschöpfen und damit gleichzeitig neue Arbeitsplätze vor Ort zu schaffen.

Voraussetzung hierfür sei aber eine bundeseinheitliche Regelung für den von der Effizienzrichtlinie geforderten Energiepass, die tatsächlich der Intention der europäischen Richtlinie entspricht, Transparenz über den energetischen Zustand des Gebäudebestandes zu schaffen. Bei der nationalen Umsetzung müsse das Ziel der Richtlinie im Vordergrund stehen, dass die Mieter und Eigennutzer von Gebäuden eine objektive, für jeden verständliche Information über den energetischen Zustand des Gebäudes erhalten. Auf Basis dieser objektiven Informationen können gezielte Investitionsentscheidungen zur Verbesserung der energetischen Qualität von Gebäuden gefällt werden.

Mit Nachdruck wenden sich die Verbände gegen den von anderer Seite diskutierten verbrauchsorientierten Energiepass. Dieser basiere allein auf den Verbräuchen und könne nicht den energetischen Zustand des Gebäudes objektiv ausweisen. Die Verbände verweisen auf die Schwächen des verbrauchsorientierten Energiepasses, die unter anderem in dem unkalkulierbaren Nutzerverhalten in einzelnen Objekten, nutzungsfreien Zeiten und klimatischen Schwankungen liegen. Der verbrauchsorientierte Energiepass führe zu einer rein subjektiven Betrachtung des Gebäudes, während ein bedarfsorientierter Ausweis eine objektive und damit seriöse Bewertung des Gebäudes ermögliche. Die Verbände weisen auch darauf hin, dass eine richtige Energieberatung auf Basis eines verbrauchsorientierten Energiepasses nicht möglich ist, während auf Basis der energetischen Bewertung eines Gebäudes durch den bedarfsorientierten Energiepass tatsächlich wirksame Investitionsmaßnahmen für jedes einzelne Gebäude empfohlen werden können.

Die Verbände fordern alle am Meinungsbildungsprozess beteiligten Kreise aus Politik und Regierung dazu auf, die sich aus der Gebäudeeffizienzrichtlinie ergebenden Chancen konsequent zu nutzen und den dafür erforderlichen bedarfsorientierten Energiepass bundeseinheitlich einzuführen.

Bundesindustrieverband Deutschland
Haus-, Energie- und Umwelttechnik e.V
Juni 2005

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GdW: Gebäudeenergiepass der dena darf den künftigen
öffentlich-rechtlichen Energieausweis nicht präjudizieren

Berlin – Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen hat ausdrücklich die Klarstellung begrüßt, dass der heute von der Deutschen Energie Agentur dena präsentierte "bundeseinheitliche Gebäudeenergiepass" nur als freiwillige Empfehlung für die Gebäude- und Wohnungseigentümer zu verstehen sei.

"Es wird nicht bezweifelt, dass der dena-Energiepass Impulse für die energetische Sanierung des Gebäudebestandes geben kann. Er geht aber weit über die Anforderungen der EU-Energieeffizienzrichtlinie hinaus, ist sehr teuer und kann auch zu ungenauen Aussagen über die Energieeffizienz eines Gebäudes führen. Deshalb kann er nur als Instrument auf freiwilliger Basis empfohlen und darf nicht zum alleinigen und allgemein-verbindlichen Standard für den im Laufe des Jahres auf gesetzlicher Grundlage zu erstellenden öffentlich-rechtlichen Energieausweises werden", sagte GdW-Präsident Lutz Freitag.

Der GdW setze sich für einen preiswerten, unkomplizierten und verlässlichen Energieausweis ein, so wie ihn die EU-Richtlinie vorsehe. Er habe deshalb einen Musterausweis vorgestellt, der auf Verbrauchswerten basiert und die Gebäudeenergieeffizienz aus den Daten der Heizkostenabrechungen ableite. Damit erhielten Mieter und Käufer Informationen, wie hoch der klimabereinigte Heizenergieverbrauch des betreffenden Gebäudes tatsächlich ist. Der Energieausweis auf Basis von Verbrauchsdaten sei aus Sicht der Wohnungswirtschaft während des normalen Gebäudebetriebs das beste Instrument zur Feststellung der Energieeffizienz. Der bedarfswertbasierte Ausweis wäre immer dann einzusetzen, wenn ein Gebäude neu gebaut oder grundlegend modernisiert wird, erklärte Freitag.

Der GdW rechne mit Kosten bis zu 1 Mrd. Euro für die notwendigen 2 Mio. Energieausweise allein im Jahr 2006, wenn das bedarfswertbasierte Verfahren – wie beim jetzt vorgestellten dena-Energiepass - verbindlich eingeführt werden sollte. "Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zum angestrebten Ziel, mehr Transparenz bei den Energieverbräuchen zu schaffen", sagte Freitag. Ein Ausweis nach der bedarfswertbasierten Methode koste 500 Euro und mehr pro Mietwohngebäude. Ein verbrauchskennwertbasierter Energieausweis könne dagegen für ca. 15-20 Euro je Gebäude erstellt werden, so der GdW-Chef.

"Werden jeweils auf Vorder- und Rückseite eines Energieausweises beide Methoden vorgesehen, entsteht ein Ausweis mit optional zwei Berechnungsmethoden, die je nach Eignung im Zeitablauf eingesetzt werden. So wird auch die Vorgabe der EU-Richtlinie, nach der keine Berechnungsmethode vom nationalen Gesetzgeber ausgeschlossen werden darf, in optimaler Weise umgesetzt. Effizienz kommt vor Ideologie. Da ein Energieausweis auf Basis der Heizkostenabrechnungen wesentlich preiswerter ist als ein Energieausweis nach der Bedarfswertmethode und bei den von uns vertretenen Wohnungsunternehmen in den meisten Fällen den gleichen Zweck erfüllt, können die Wohnungsunternehmen die verfügbaren finanziellen Mittel dann in die konkrete energetische Sanierung der Wohnungen investieren und müssen sie nicht für teure Energieausweise ausgeben. Alles andere wäre ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Gutachter und Sachverständige mit nur begrenzter energetischer Wirkung", sagte Freitag abschließend.

Medien-Info GdW 10/2005 Technik
08.03.2005

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GdW stellt neuen Energieausweis für die Wohnungswirtschaft vor:
verbrauchskennwertbasiert, aussagekräftig, preiswert und verlässlich


Berlin - Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungsunternehmen hat zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung heute in Berlin eine praxisgerechte und preiswerte Methode zur Erstellung des Energieausweises vorgestellt. Damit reagiert die Wohnungswirtschaft auf Vorgaben der Europäischen Union, ab 2006 sukzessive Energieausweise auch für alle knapp 40 Mio. Bestandswohnungen in den gut 17 Mio. Wohngebäuden für Mieter oder Käufer vorzulegen. "Die Wohnungswirtschaft unterstützt nachdrücklich die Ziele der Gesamtenergieeffizienzsteigerung und des Klimaschutzes. Sie hat in der Vergangenheit insbesondere durch die energetische Modernisierung der Wohnungsbestände mit einem Investitionsvolumen von 54 Mrd. Euro allein zwischen 1992 und 2003 einen großen Beitrag vor allem zur Verminderung des CO2-Ausstoßes geleistet. Sie wird sich für diese Ziele auch künftig stark engagieren", erklärte GdW-Präsident Freitag.

Hintergrund des Energieausweises ist die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Wohngebäuden, die bis zum Januar 2006 in nationales Recht umgesetzt werden müsse. Die EU-Richtlinie schreibt vor, dass Energieausweise Informationen über die Gesamtenergieeffizienz auf Grundlage der verbrauchten oder veranschlagten Energiemenge geben müssen. Dazu bereite die Bundesregierung eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV 2006) vor. Nachdem bereits jetzt für Neubauten und grundlegend modernisierte Wohnungen ein Energieausweis erstellt werden müsse, werde dies ab 2006 auch jene Wohnungen und Häuser betreffen, die verkauft werden oder in denen ein Mieterwechsel erfolgt. GdW und die Arbeitsgemeinschaft schätzen, dass pro Jahr rund zwei Mio. Energieausweise ausgestellt werden müssen.

Die Wohnungswirtschaft setze sich für eine preiswerte, einfache und verlässliche Berechnungsmethode des Energieausweises ein. Bedarfskennwertbasierte Energieausweise, die aufgrund von physikalischen Einzelgutachten erstellt werden, seien - so Freitag - ungeeignet, die gewünschten Informationen und eine Transparenz für den Gebäudebestand herzustellen. Weder seien die Berechnungsannahmen realitätsnah, noch lasse sich bei dieser Berechnungsmethode ein Energieausweis mit vertretbarem wirtschaftlichen Aufwand erarbeiten. Der GdW rechne mit Kosten bis zu einer Mrd. Euro allein im Jahr 2006, wenn bedarfskennwertbasierte Energieausweise flächendeckend eingeführt werden sollten. "Dieser Aufwand steht in keinem Verhältnis zum angestrebten Ziel, mehr Transparenz bei den Energieverbräuchen zu schaffen", sagte Freitag. " Die Kosten der bedarfskennwertbasierten Methode können je nach Umfang eine Größenordnung auch über 500 Euro pro Gebäude annehmen", so der GdW-Chef. Ein verbrauchskennwertbasierter Energieausweis dagegen kann schätzungsweise für 15-20 Euro je Gebäude ausgestellt werden. Er sollte jährlich ausgearbeitet werden, um mit seiner Aktualität das unternehmenseigene Energiemanagement zu unterstützen. Letztlich werde der Wettbewerb über die konkrete Preisgestaltung entscheiden.

Grundlage für den – verbrauchskennwertbasierten – Energieausweis der Wohnungswirtschaft seien Kennwerte, die auf Basis der Heizkostenverordnung aus den Heizkostenabrechungen erhoben werden, erklärten GdW-Präsident Lutz Freitag und Christian Sperber, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V, der auch die Fachvereinigung Heizkostenverteiler Wärmekostenabrechnungen vertrat. Mit diesem Energieausweis erhalten Mieter, Mitglieder von Wohnungsgenossenschaften und Käufer Informationen, wie hoch der klimabereinigte Heizenergieverbrauch des betreffenden Gebäudes beim konkreten Nutzungsverhalten ist.

Der GdW und die Verbände für Heiz- und Wasserkostenverteilung setzen deshalb darauf, für die überwiegende Mehrzahl aller Geschosswohnungsgebäude aber auch für typologisierte kleinere Gebäudetypen, z.B. in Bergarbeitersiedlungen im Ruhrgebiet, Energieausweise auf der Basis realer Energieverbräuche zu erstellen. Dazu eigneten sich besonders die Heizkostenabrechnungen. Individuelle Verbrauchsgewohnheiten könnten herausgerechnet werden. Gleiches gelte auch für regionale klimatische Unterschiede. Da die Bundesregierung nun die von der Wohnungswirtschaft und den Messdienstunternehmen zur Verfügung gestellten Heiz- und Warmwasserverbrauchsangaben für nahezu 300.000 Gebäude in ganz Deutschland zu Referenzkennwerten zusammenfasst und in Kürze veröffentlichen werde, lägen dann auch qualifizierte Vergleichsmöglichkeiten für jeden Eigentümer oder Wohnung suchenden Mieter vor, betonten Freitag und Sperber.

Der verbrauchskennwertbasierte Energieausweis stelle im Gegensatz zum bedarfskennwertbasierten Ansatz keine theoretische Momentaufnahme dar, sondern bilde die Größe ab, die den Nutzer wirklich interessiert: den Verbrauch unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren, d.h. der energetischen Gebäudequalität und auch der Effizienz der Anlagentechnik. Er stütze sich auf die Kennwerte, die bereits in der verbrauchsabhängigen Abrechnung des Hauses verwendet wurden. Die Branche habe, so Sperber, hierfür eine einheitliche Datengrundlage definiert, damit die Energieausweise aller Abrechnungsunternehmen miteinander vergleichbar sind. In der Praxis funktioniert das so:

Das Unternehmen stellt die Abrechnungsdaten für das Gebäude zusammen. Hierzu gehören insbesondere der Gesamtenergieverbrauch und die Gesamtfläche entsprechend der Heizkostenverordnung sowie die Verbrauchsdaten der einzelnen Nutzer. Handelt es sich um ein Gebäude mit zentraler Warmwasserbereitung, kann über die verbrauchte Wassermenge und die mittlere Warmwassertemperatur der Energieanteil für das Warmwasser aus dem Gesamtenergieverbrauch herausgerechnet werden. Der so ermittelte Heizenergieverbrauch wird dann mit einem Faktor für die Klimabereinigung multipliziert. Diese Faktoren stellt die Bundesregierung zusammen mit den o.a. Referenzkennwerten zur Verfügung. Durch eine Umrechnung auf Quadratmeter ergibt sich der Energieverbrauchskennwert für das Gebäude.

Fazit: Im Gebäudebestand sei nur noch in Einzelfällen oder nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen ein bedarfskennwertbasierter Energieausweis notwendig. Das vorgestellte Exemplar eines Muster-Energieausweises der Wohnungswirtschaft lasse beide Erstellungsmethoden zu. So könne z.B. auch bei einem Neubau der Bedarfskennwert, der einen physikalischen Normenergiebedarf darstellt, zu einem späteren Zeitpunkt durch einen Verbrauchskennwert ergänzt werden. Ebenso kann bei späteren Modernisierungsmaßnahmen an bestehenden Gebäuden die Seite für die Bedarfskennwerte im Ausweis ergänzt werden.

"Wir nehmen Signale der Politik, dass zumindest für größere Wohngebäude die Eignung eines verbrauchskennwertbasierten Energieausweises nicht bestritten wird, sehr positiv auf", erklärte GdW-Chef Lutz Freitag. "Entscheidend ist", führte er weiter aus, "dass der Energieausweis nicht zu einem Selbstzweck wird. Als Mittel, um die energetische Gebäudesanierung zu unterstützen, muss er sich selbst an allgemeinen Effizienz- und Sachkriterien messen lassen. Wenn ein Energieausweis auf Basis der Heizkostenabrechnungen wesentlich preiswerter ist, aber den gleichen Zweck erfüllt, wie ein Energieausweis aufgrund der physikalischen Bedarfskennwertmethode, wollen wir das eingesparte Geld lieber in die konkrete energetische Sanierung der Wohnungen investieren." Alles andere wäre ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Gutachter und Bausachverständige.

Freitag verlangte außerdem, der einzuführende Energieausweis dürfe ausschließlich der Information dienen und könne keine mietrechtlichen Auswirkungen haben. Mietminderungsansprüche müssten ausgeschlossen sein, wenn das Gebäude den bei Errichtung geltenden Vorschriften (gleichgültig ob DIN, landesrechtliche Bauvorschriften oder ähnliches) entspricht oder entsprochen hat. "Der Energieausweis darf keine Mietstreitigkeiten auslösen", sagte der GdW-Präsident abschließend.

Quelle: Medien-Info GdW 53/2004 Technik
14.12.2004

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EU-Energieeffizienzrichtlinie in Kraft –
Energieausweis bzw. Energiepass soll auch für den Gebäudebestand zur Pflicht werden

Mit Inkrafttreten der Energieeinsparverordnung am 1.2.2002 ist für Neubauten ein sog. Energiebedarfsausweis zur Pflicht geworden. Er baut auf die bei der Planung zu führenden Nachweise auf. Bisher war es so, dass für den vorhandenen Gebäudebestand ein Energiebedarfsausweis nur bei kleineren Maßnahmen und lediglich freiwillig erstellt werden musste.

Zum Anfang des Jahres 2003 ist jedoch die neue EU-Energieeffizienzrichtlinie (ehemals „EU-Richtlinie über das sog. Energieprofil von Gebäuden“) in Kraft getreten. Sie wurde im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft vom 4.1.2003 veröffentlicht (Richtlinie 2002/91/EG des Europäischen Parlamentes und des Rates vom 16.12.2002 über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden). Sie ist bis Ende 2005 in nationales Recht umzusetzen und soll den Energiepass pflichtweise auch für den Gebäudebestand in Deutschland einführen.

Die EU-Kommission beruft sich bei ihrer Entscheidung über die pflichtweise Einführung von Energiepässen darauf, dass etwa ein Drittel des Gesamtenergieverbrauchs in der Europäischen Union auf Dienstleistungen im Zusammenhang mit Gebäuden entfallen. Die EU-Richtlinie betrifft sowohl den Wohn- als auch den Dienstleistungssektor (Büros, öffentliche Gebäude usw.). Bestimmte Gebäude – beispielsweise historische Bauten (u.U. denkmalgeschützte Häuser) , Industrieanlagen usw. – sind von den Vorschriften ausgenommen. Die Richtlinie gründet sich auf folgende vier Hauptelemente (Art. 7, 8 und 9):

  • Eine gemeinsame Methode der Mitgliedsstaaten zur Berechnung der integrierten Energieprofile von Gebäuden

  • Mindestnorm für Energieprofile von neuen Gebäuden sowie auch von bestehenden Gebäuden, wenn diese Gegenstand größerer Renovierungsarbeiten sind

  • Zertifizierungssysteme, d.h. Energiepässe oder Gebäudepässe, für neue und bestehende Gebäude und – wenn es sich um öffentliche Gebäude handelt – Pflicht zur Anbringung der Zertifikate und anderer relevanter Informationen an der Gebäudevorderseite. Die Zertifikate dürfen nicht älter als fünf Jahre sein. Der Eigentümer muss für die Erneuerung sorgen.

  • Regelmäßig vorgeschriebene Inspektionen von Heizkesseln und zentralen Klimaanlagen in Gebäuden sowie Prüfung von Heizungsanlagen, deren Kessel mehr als 15 Jahre alt sind.

Die gemeinsame Berechnungsmethode der Mitgliedsstaaten soll alle für die Energieeffizienz wichtigen Elemente und nicht nur die Qualität der Gebäudeisolierung mit einbeziehen. Die-ses integrierte Konzept soll u. a. auch Heizungs- und Klimaanlagen, Beleuchtungsanlagen sowie die Lage und Ausrichtung der Gebäude, die Rückgewinnung von Wärme u. a. berücksichtigen. Die Mindestnormen für die Energieprofile von Gebäuden werden auf der Grundlage der oben beschriebenen Methode berechnet. Die Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, die Mindestnormen festzulegen.

Die Zertifikate (d. h. der Energiepass oder Energieausweis) müssen bei Bau, Verkauf oder Vermietung eines Gebäudes pflichtweise vorgelegt werden. Damit trägt die EU-Richtlinie insbesondere der Vermietung Rechnung, damit Eigentümer, die in der Regel nicht für die Energiekosten aufkommen, gezwungen werden, die aus Sicht der Europäischen Union und Bundesregierung notwendigen Sanierungs- und Investitionsmaßnahmen durchzuführen. Die EU-Energieeffizienzrichtlinie weist die Mitgliedsstaaten an, sicherzustellen, dass die Zer-tifizierung und Inspektion der Gebäude von qualifiziertem und unabhängigem Personal durchgeführt wird.

Der Pflichtgebäudepass für den Immobilienbestand hat zur Folge, dass die Häuser und Wohnungen quasi Energiezeugnisnoten ausgestellt bekommen. Die gesamte Haus & Grund-Organisation lehnt eine zwangsweise Einführung des Energiepasses im Gebäudebestand ab. Ein solcher darf nur auf freiwilliger Basis im konkreten Einzelfall erstellt werden. Es muss bedacht werden, dass mit einem Energiepass auf den Eigentümer und Vermieter ständig neue Kosten zukommen, denn der Pass muss alle fünf Jahre aktualisiert werden.

Bei Altbauten geben generell die Heizkosten der letzten Jahre hinreichend Auskunft über den individuellen Wärmebedarf. Zudem nützt der Energiepass auch dem Wohnungsmieter nichts, denn der Wärmebedarf eines Hauses sagt kaum etwas über den Wärmebedarf einer Wohnung aus. Maßgeblich ist einzig und allein das individuelle Heizverhalten des Mieters oder Nutzers. Zudem macht ein Hausverkauf einen Energiepass meist gegenstandslos. Oft wird das Gebäude vom neuen Eigentümer umgebaut, so dass alle Wärmemessungen damit hinfällig werden. Man kann ein Haus oder eine Wohnung nicht mit einem Produkt wie einem Kühlschrank oder einer Waschmaschine vergleichen. Insofern begegnet ein Zertifizierungssystem für Gebäude auch generellen Bedenken.

Sollte ein Energiepass auch für den Gebäudebestand zur Pflicht werden, so steht zu befürchten, dass in zahlreichen Fällen Wohnungsmieter nach Einsicht in die Energiepassunterlagen bedenkenlos Mietminderungsansprüche gegen ihren Vermieter erheben oder diesen auf die Vornahme einer bestimmten Modernisierung bzw. Sanierung verklagen. Hierdurch wird nur Unfrieden in bislang reibungslos verlaufende Mietverhältnisse hineingetragen. Es muss daher begleitend zum Energiesparrecht unbedingt eine korrelierende Regelung in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) aufgenommen werden, nach der Mietminderungsansprüche dann ausgeschlossen sind, wenn das Haus oder die Wohnung den bei Errichtung geltenden Vorschriften (gleichgültig, ob DIN, VDI, landesrechtliche Bauvorschriften usw.) entsprach. Andernfalls würde sich die absurde Konsequenz ergeben, dass der Vermieter sein Gebäude oder seine Wohnung ständig den sich ändernden technischen Normen anzupassen hätte. Dies ist ökonomisch unter jedem denkbaren Gesichtspunkt unzumutbar.

Die Bundesregierung hat die Deutsche Energieagentur (dena) mit Sitz in Berlin noch vor der Bundestagswahl mit der Einführung des Energiepasses beauftragt. Ein Muster des Energiepasses ist schon fertig und liegt bereits in der Schublade des Umwelt- und des Bauministeriums. Die Deutsche Energieagentur (dena) hat die Vertreter aller immobilienwirtschaftlichen Spitzenverbände zu Fachgesprächen über den geplanten Energiepass auch für den Gebäudebestand eingeladen. Dort wurde mitgeteilt, dass ein Energiepass in Deutschland zwar nach den Vorgaben der EU-Energieeffizienzrichtlinie, aber zunächst nur freiwillig eingeführt werden solle.

Umstritten ist aber insbesondere, ob für Alt- und Neubau ein einheitlicher Pass eingeführt wird oder ob es zwei unterschiedliche Pässe geben soll. Insgesamt wird jedoch die Einführung des Energiepasses auch für den Gebäudebestand, wenn auch zunächst freiwillig, nicht zu verhindern sein. Alle Argumentationsversuche im Hinblick auf die Kostenexplosion und die Abhängigkeit des Energieverbrauchs vom tatsächlichen Verhalten der Nutzer/Mieter laufen insofern ins Leere, als von den Vertretern der Ministerien auf die Pflicht der Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie in nationales Recht verwiesen wird. Doch ist es kein Geheimnis, dass die Vertreter der rot-grünen Bundesregierung bei den Beratungen in Brüssel keinerlei Einwände gegen den Inhalt der EU-Richtlinie erhoben haben.

Die Beratungen des Fachgremiums der Deutschen Energieagentur werden in den nächsten Monaten fortgesetzt. Die nationale Umsetzung der Richtlinie ist daher genauestens zu verfolgen.

Haus und Grund, Landesverband RLP
2005

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Unter der Überschrift "Energiepass: Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?" tragen die Verbraucherschützer einen Artikel des Bundes der Energieverbraucher weiter. Lesen Sie hier:

Energiepass: Verbrauchs- oder Bedarfsausweis?

Es ist nicht nur höchst wünschenswert sondern ab 2006 auch durch eine EU-Richtlinie vorgeschrieben, Besitzer und Mieter über den energetischen Zustand und die zu erwartenden Heizkosten zu informieren.

Dazu kann man von den tatsächlichen Verbräuchen der Vergangenheit ausgehen. Oder man analysierte die Beschaffenheit des Gebäudes und der Heizung.

Die Entscheidung zwischen beiden Methoden als verbindliche Vorschrift für den neuen Energiepass ist heftig umstritten. Die Wohnungswirtschaft scheut vor den hohen Kosten des Bedarfsausweises zurück und bevorzugt den wesentlich kostengünstigeren Verbrauchsausweis. Denn Verbrauchsdaten liegen ohnehin für jedes Gebäude vor, während für den Bedarfsnachweis das Gebäude erst durch Experten vermessen und analysiert werden muss. Energieberater und die Anbieter entsprechender Software favorisieren den Bedarfsnachweis und die damit einhergehende Schwachstellenanalyse.

Zwischen Bedarf und Verbrauch besteht eine einfache Beziehung:

Bedarf + Witterung + Nutzerverhalten + Fehler = Verbrauch

Selbst bei geringem Bedarf, z.B. durch gute Dämmung, kann der Verbrauch hoch sein, wenn es extrem kalt ist oder der Nutzer die Räume bei offenem Fenster überheizt. Und schließlich gibt es überall Fehler: Bei der Schätzung des Bedarfs, der Witterung und des Verbrauchs.

Der Mieter möchte für eine neue Wohnung wissen, mit welchen Heizkosten er zu rechnen hat. Der Verbrauch des Vormieters ist dafür ein schlechter Anhaltspunkt. Denn die Energieverbräuche selbst in energetisch völlig identischen Wohnungen schwanken erfahrungsgemäß um das Vier- bis Sechsfache - je nach Nutzerverhalten. Aber auch die Bedarfsberechnung lässt kaum Rückschlüsse auf künftige Verbräuche zu. Denn die Rechenmethoden sind fehlerbehaftet und auch die Eingabedaten sind sehr ungenau. Die Abweichungen zwischen Bedarf und Verbrauch sind sehr groß. Eine Patentlösung gibt es deshalb nicht. Und weder Bedarfs- noch Verbrauchsberechnungen sind besonders verlässlich.

Eine genaue und kostengünstige Bedarfsermittlung wäre zwar wünschenswert. Sie ist aber derzeit nicht verfügbar, scheitert an ungenauen Rechenverfahren und schlechten empirischen Datengrundlagen. Der Bedarfsausweis täuscht eine nicht vorhandene Genauigkeit vor. In Fachkreisen sind die systematischen und erheblichen Fehler des genormten Verfahrens zur Bedarfsermittlung bekannt.

Eine grobe Aussage, die ein Gebäude zwischen Passivhaus und Energieschleuder richtig einordnet, lässt sich sowohl mit dem Bedarfs- als auch mit dem Verbrauchsverfahren treffen. Dies genügt, um künftige Mieter und Käufer vor Energieschleudern zu warnen und damit Investitionsanreize auszulösen.

Weil beide Verfahren sehr unscharfe Ergebnisse liefern, sollte das kostengünstigere Verfahren, also ein modifiziertes Verbrauchsverfahren bevorzugt werden. In größeren Mietgebäuden kann man durch Mittelung über einige Jahre und ähnlich beschaffene Wohnungen das Nutzerverhalten neutralisieren. Für Neubauten geben die Planungsunterlagen Aufschluss über die energetische Gebäudequalität.

Für eine anstehende konkrete Sanierung eines Gebäudes sind standardisierte Verfahren wenig geeignet. Eingehende Analysen und genaue Bedarfsberechnungen sind unumgänglich.

Fazit:
1. Der Mieter braucht den Verbrauchspass, um seinen Verbrauch zu verstehen und einzuordnen. Die geplante für alle Gebäude verpflichtende Einführung löst die notwendigen Investitionsimpulse aus. 2. Der Bedarfspass ist ein Beratungsinstrument, um Schwachstellen zu analysieren und Handlungsmöglichkeiten auszuloten. Der Bund der Energieverbraucher hält Bedarfspässe für unerlässlich. Er lehnt jedoch eine gesetzliche Verpflichtung zur flächendeckenden Ausstellungen von Bedarfspässen entschieden ab. Der dringend notwendige Modernisierungsprozess des Gebäudebestandes sollte staatlich unterstützt werden. Eine aufkommensneutrale Förderung hat der Umweltpreisträger Dr. Wolfgang Feist entwickelt (www.energieverbraucher.de/seite644.html)

Quelle: Verbrauchernews.de, Newsletter vom 14.06.2005
Haushalt & Garten > Strom & Gas > Meldung vom 10. Juni 2005

Kommentar DIMaGB:

"Energieberater und die Anbieter entsprechender Software favorisieren den Bedarfsnachweis und die damit einhergehende Schwachstellenanalyse." Ja klar, was denn sonst? Es geht schließlich um Umsatz. Wer am Ende der Dumme ist, der die Zeche zahlt, dürfte bereits jetzt klar sein.

Man dreht und windet sich - und am Ende kommt eine geniale Formel heraus:
"Bedarf + Witterung + Nutzerverhalten + Fehler = Verbrauch" (siehe oben)
Wenigstens taugt dieser Schmarrn dazu, dass wieder einmal auf die mitunter exorbitanten Abweichungen zwischen Berechnung und Verbrauch verwiesen wird. Betrachten wir diesen Unfug etwas genauer:

Der Bedarf wird nach EnEV/DIN 4108 u.a. berechnet. Dass er realitätsfern berechnet wird, wird bereits seit vielen Jahren von verantwortungsvoll denkenden Fachleuten kritisiert ("In Fachkreisen sind die systematischen und erheblichen Fehler des genormten Verfahrens zur Bedarfsermittlung bekannt."), jedoch von System und Propaganda ignoriert.

"Selbst bei geringem Bedarf ... kann der Verbrauch hoch sein, wenn es extrem kalt ist" - das ist völliger Unsinn, weil man die Schwankungen des Wetters berücksichtigen kann. Dazu benutzt man die Gradtagszahlen und kommt so zu einem witterungsbereinigten Ergebnis.

"... oder der Nutzer die Räume bei offenem Fenster überheizt." - dieses Argument bringt man, wenn man den Mieter für verhaltensgestört hält. Aber: der Mensch ist von Natur aus geizig (bzw. denkt er ökonomisch bzw. ist er sparsam).

"Und schließlich gibt es überall Fehler: Bei der Schätzung des Bedarfs, der Witterung und des Verbrauchs." - das kommt ja nun vollends aus dem Tollenhaus.
- Der Bedarf wird doch nicht geschätzt, sondern mit einem mordsmäßigen Aufwand akribisch berechnet. Dazu liegen hunderte Seiten an Normenwerk vor.
- Die Witterung ist hinlänglich bekannt, dafür gibt es Klimadaten. Man muss nur nicht das Klima von Freiburg für Hamburg verwenden, dann passt das schon. Und im Übrigen sind unsere Experten in der Lage, das Klima auf 40 Jahre im Voraus zu berechnen - dann wird man das wohl für die Witterung von 1 Jahr erst recht können.
- Der Verbrauch wird nicht geschätzt, sondern abgelesen.

Erstaunlich ist das Nachvornpreschen mit der Einschätzung der Abweichungen. Man lasse sich das auf der Zunge zergehen: Abweichungen im Verbrauch bei identischen Einheiten in der Größenordnung 4x bis 6x!

"Denn die Rechenmethoden sind fehlerbehaftet und auch die Eingabedaten sind sehr ungenau. Die Abweichungen zwischen Bedarf und Verbrauch sind sehr groß." - dem ist vorbehaltlos zuzustimmen. Nach Norm wird ganz bewusst und seit Jahren falsch gerechnet (Stichworte: Feuchte, Glaser-Verfahren).

Obwohl, wie wir hier erfahren, beide Verfahren nur "sehr unscharfe Ergebnisse"  bzw. "grobe Aussagen" liefern (Grund: "die Rechenmethoden sind fehlerbehaftet") - dennoch wird gleichzeitig erklärt, dass diese Stümperei "genügt, um künftige Mieter und Käufer vor Energieschleudern zu warnen und damit Investitionsanreize auszulösen."

Investitionsanreize und Mietentscheidungen aufgrund von:
- "ungenauen Rechenverfahren"
- "schlechten empirischen Datengrundlagen"
- "nicht vorhandene(r) Genauigkeit"?

Ja sind wir denn nun alle irre? "Der Energiepass muss daher ausschließlich auf der Basis von Bedarfswerten der Jahresenergie erstellt werden. Die Verwendung von Verbrauchswerten ist dagegen irreführend." meint die Bundesingenieurkammer. Man sollte meinen: wer Verbrauchswerte irreführend findet, der scheut den Umgang mit der Praxis - ich distanziere mich von diesem Unfug.

Immerhin offenbart man noch so viel Sachverstand: "Nur aus einer qualifizierten Untersuchung des Gebäudes und darauf folgenden Berechnung des Energiebedarfs können die von der EU-Richtlinie mit dem Energiebedarfsausweis geforderten Vorschläge zur energetischen Modernisierung für den Gebäudebesitzer verlässlich erarbeitet werden."

Fazit: am Ende stelle man sich die simple Frage: "Wem nutzt es?"

14.06.2005

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Orientierung am tatsächlichen Verbrauch
ARGE und GdW stellen gemeinsam neuen Energieausweis vor

Die Arbeitsgemeinschaft Heiz- und Wasserkostenverteilung e.V. (ARGE), die Fachvereinigung Heizkostenverteiler Wärmekostenabrechnungen e.V. (FHW) und der Bundesverband deutscher Wohnungsund Immobilienunternehmen (GdW) haben zum Jahreswechsel gemeinsam einen neuen Energieausweis vorgestellt, der Mietern und Käufern Aufschluss über den Energieverbrauch von Wohngebäuden geben soll. Die Methode orientiere sich am tatsächlichen Verbrauch und nicht an theoretischen Bedarfswerten und sei deshalb „wesentlich dynamischer und praxisorientierter" als bisherige Vorschläge, sagte der Präsident des GdW Lutz Freitag, in Berlin.

Ein verbrauchskennwertorientierter Energieausweis sei preiswert und verlässlich, betonte GdWPräsident Freitag. Er koste pro Gebäude schätzungsweise 15 bis 20 Euro, während die Kosten bei einem bedarfsorientierten Pass mehr als 500 Euro erreichen könnten. Der günstigere Ausweis habe dabei genau die gleiche Aussagekraft und Qualität.

„Der beste Indikator für den Verbrauch ist eben der Verbrauch",
sagte der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft

Heiz- und Wasserkostenverteilung, Christian Sperber. Der vorgestellte Energieausweis stütze sich auf Werte ab, die bereits in der verbrauchsabhängigen Abrechnung des Hauses verwendet wurden, so Sperber weiter. Die Branche habe hierfür extra eine einheitliche Datengrundlage definiert, so dass der vorgestellte Energieausweis für den Endverbraucher „verständlich, übersichtlich, realitätsnah, nachvollziehbar und kostengünstig" sei.

Die Grundlage für den Verbrauchsausweis der Wohnungswirtschaft seien Kennwerte aus den zurückliegenden Heizkostenabrechnungen, die von der Bundesregierung veröffentlicht werden, erklärten Freitag  und Sperber. Sein Charme liege darin, dass man ihn zu geringen Kosten jährlich aktualisiert ausstellen könne. „Der verbrauchsbasierte Ausweis stellt im Gegensatz zum bedarfsbasierten Ausweis deshalb keine theoretische Momentaufnahme dar," erläuterte Sperber, „sondern bildet die Größe ab, die den Nutzer wirklich interessiere: Den Verbrauch unter Berücksichtigung aller Einflussfaktoren, d.h. auch der energetischen Gebäudequalität und auch der Effizienz der Anlagentechnik".

Die Verbände reagieren mit ihrem gemeinsamen Vorschlag auf EU-Vorgaben, wonach ab 2006 Energieausweise für alle 40 Mio. Bestandswohnungen in den gut 17 Mio. Wohngebäuden Deutschlands vorzulegen sind. Laut der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Wohngebäuden muss ein Energieausweis auf Grundlage der verbrauchten oder veranschlagten Energiemenge Informationen darüber geben, wie wirksam ein Gebäude Energie verbraucht.

HeiWaKo
Pressemitteilung Nr. 2/2005

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Protest gegen die Einführung des Energiepasses
Protest gegen Enteignung durch Entwertung von Immobilien
Protest gegen die Entwertung privater Altersvorsorge

Guten Tag,

der Energiepass (Energieausweis) sollte in Deutschland bereits zu Beginn des Jahres 2006 eingeführt werden. Die Einführung wurde verschoben. Wie zu erfahren ist, protestiert ein gewisser Prof. Dr. Gerd Hauser im Verbund mit einschlägig interessierten Organisationen (z.B. dena) gegen die Wahlfreiheit für einen Energiepass nach tatsächlichem Verbrauch!

Die Motive werden nicht verschleiert:
http://www.geb-info.de/Newsletter/Premium_23_03_06_zd/nachricht_p_energiepass.html
Dort ist im GEB-Infoletter 05 vom 23.3.06 u.a. zu lesen (Zitat):

"Nach den gestern auf dem 3. EnSan-Symposium bekannt gewordenen Details zum Energiepass sehen viele Energieberater ihre Felle und die Investitionen in ihre Ausbildung davonschwimmen. ..."
Es geht also zugegebener Weise allein um die Einnahmequelle "Energieberatung"!

Und:
"... Wann die EnEV-Aktendeckel geschlossen werden, ist noch nicht klar, Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik geht aber davon aus, dass jetzt die letzte Chance besteht, sich mit Nachdruck gegen die Wahlfreiheit und für einen Bedarfspass auszusprechen. Seine Empfehlung: Schreiben Sie einen Brief an die Bauministerkonferenz, an den Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee und an den Bundeswirtschaftsminister Michael Glos. ..."

Gefordert wird demnach die ausschließliche BERECHNUNG von normierten Energiekennwerten (verschleiert "Bedarf" im Gegensatz zu "Verbrauch" genannt) OHNE RÜCKSICHT AUF DIE REALITÄT. Auf diese Weise sollen nicht nur "Investitionen in die Energieberaterausbildung gerettet werden, sondern vor allem kann nur so verschleiert werden, DASS VERBRAUCHSREALITÄT UND THEORIE ERHEBLICH DIFFERIEREN.

Mit einer solchen Dekuvrierung wären die gängigen Rechenmethoden im Bereich "Wärmeschutz", welche über Jahrzehnte von bestimmten Interessenvertretern in Auftragsforschung und Politik verteidigt wurden, schlagartig ad absurdum geführt. Es überrascht daher nicht, dass einer der Forschungsprofiteure der Dämmideologie sich gegen den Energiepass nach Verbrauch wehrt! Das Szenario ist auch für Laien erkennbar skandalös und politisch verantwortungslos (immerhin auf Kosten des hinters Licht geführten Steuerzahlers).

ICH PROTESTIERE DAHER GEGEN DAS GESAMTE VORHABEN "ENERGIEPASS"
AUS FOLGENDEN GRÜNDEN:

Das Energieeinsparungsgesetz (EnEG, 22.7.1976) ist ein Ermächtigungsgesetz, welches aber keineswegs zur Demontage der Verfassung und Enteignung des Bürgers berechtigt. Die Errichtung von Immobilien zu eigenen oder Vermietungszwecken dient einerseits der Befriedigung des Grundbedürfnisses des Wohnens. Anforderungen an die Ausführung von Bauten im allgemeinen öffentlichen Interesse (nicht industrieller Interessen) können u.a. auf Grundlage des EnEG vom Gesetzgeber festgelegt und in den Bundesländern umgesetzt werden. Auf die hiermit verbundene Problematik soll hier nicht eingegangen werden.

Wohngebäude als langlebigstes Investitionsgut unserer Gesellschaft (80-100 Jahre) stellen daneben unstrittig eine (staatlich bislang geförderte) Investition zur Sicherung der Altersversorgung für die überwiegende Zahl der Bürger dar. Unabhängig von der in der Vergangenheit an anderer Stelle bereits diskutierten Frage, ob und inwieweit die Durchführung der WSchVO mit dem GG vereinbar ist, erfolgt in der nachträglichen Bewertung der vermeintlichen energetischen Qualität von Gebäuden (ENERGIEPASS) die Entwertung eines bestehenden Wirtschaftsgutes und/oder einer privaten Altersvorsorge.

Dies erfolgt nicht nach den Regeln der Marktwirtschaft, Protest gegen Energiepass sondern auf der rein theoretischen Grundlage nachweislich zweifelhafter Rechenverfahren. Der Energiepass stellt in offizieller Verlautbarung erklärtermaßen ein willkürliches politisches Zwangsinstrument zur "energetischen Ertüchtigung" bestehender Gebäude dar. Moralisch begründet mit der angeblichen Schaffung von Arbeitsplätzen, Einsparung von Energiekosten und Rettung des Weltklimas.

In der Vergangenheit wurde frühzeitig manipulativ durch wiederholte Pressemeldungen das zufällig (?) PISA-verdummte Volk über das "Energiesparpotential" im Bestand sowie die Belebung des Arbeitsmarktes durch "energetische Ertüchtigung" im Bestand eingestimmt. Der vermeintliche Segen ist eine dreiste Lüge zur Verpackung einer Zwangsentwertung von Volksvermögen und Enteignung per Energiepass.

Der Energiepass ist in diesem Sinne nicht nur trojanisches Pferd sondern:
1. für Neubauten überflüssig, weil hier bereits nach EnEV der Primärenergiebedarf THEORETISCH (!) ermittelt werden muss!
2. für Bestandsgebäude überflüssig, weil hier ohnehin reale Verbrauchszahlen vorliegen, die jeder Mieter/ Käufer sich vorzeigen lassen kann.

Im Sanierungsfalle ist im übrigen ohnehin die Einhaltung der EnEV anzuwenden! Das macht den Energiepass doppelt überflüssig bzw. kostet doppelt Geld. Der Energiepass ist daher erkennbar ausschließlich ein Instrument politischer und wirtschaftlicher Interessen zum Schaden des Bürgers und ohne jeglichen Nutzen für die Umwelt!

Ein Energiepass, welcher auf rein theoretischer normativer Grundlage ohne jede Berücksichtigung realer Betriebsbedingungen (Standort, Nutzung) ausgestellt wird, entspricht dem Denken von Maschinenbauern (Karl Gertis, Gerd Hauser, usw.), denen offenkundig nicht bekannt geworden ist, dass Gebäude nicht unter den definierten Bedingungen des Maschinenbaus hergestellt oder genutzt werden.

Am Energiepass können nur solche Personen oder Einrichtungen Interesse haben, welche unmittelbar wirtschaftlich davon profitieren (Gerd Hauser entwickelte und verkaufte über sein Ingenieurbüro bereits in den 80er Jahren Software für den Energiepass!) oder auf Seiten des Großkapitals (z.B. Banken) ein neofeudalistisches oder altsozialistisches Interesse an der Enteignung des Bürgers haben.

Im übrigen profitieren Dämmstoffindustrie, Lüftungsanlagenindustrie, Farbindustrie (Schimmel und sonstiger mikrobieller Befall innen und außen) sowie zunehmend die Analysetechnik (Steuerung von Lüftungsanlagen). Diese Interessengruppen fördern durch gezielte Industrieforschungsaufträge/Geldmittel bestimmtes Gedankengut,  welches durch permanente Rezitation als "richtig" erscheinen soll.

Interessenkorruption in der Forschung per Diktat der externen Forschungsaufträge ist kein Geheimnis, sondern bekannte Tatsache, die offenbar nur wenige stört. Wie sich bei dem kürzlich beendeten Feldversuch der dena herausgestellt hat, wurden für die gleichen Gebäude von verschiedenen "Energieberatern" erheblich differente Ergebnisse im Energiepass ermittelt.

Es bedarf keines weiteren Beweises, dass neben den politischen Fragwürdigkeiten eine fachlich einwandfreie Ermittlung energierelevanter Parameter unmöglich ist, was an dieser Stelle fachlich nicht zu erläutern ist. Auch für Laien ist aber offenkundig Widersprüchliches erkennbar: Der Energiepass soll "bezahlbar" sein (100 – 150 Euro), damit er "angenommen" wird! Er wird eine Haftungsfreizeichnung enthalten, welche verhindern soll, dass im Falle differenter Realverbräuche (welche zwangsläufig allein aufgrund geografischer Situationen auftreten) der Aussteller des Energiepasses in die Haftung genommen wird oder Bauprozesse unter Bezug auf Zahlen des Energiepasses geführt werden.

Der Energiepass ist also nicht nur überflüssig und volkswirtschaftlich mindestens nutzlos, sondern auch SINNLOS bezüglich der angeblich unterstützten Interessen von Immobilienerwerbern oder Mietern. Die gewollte Unverbindlichkeit dieses Steuerungsinstrumentes dient daher offensichtlich und kaum versteckt ausschließlich der Vernichtung von Volksvermögen durch Entwertung von Bestandsimmobilien und der Förderung bestimmter Industrieinteressen.

Die gleiche Regierung, welche von ihren Bürgern die private Altersvorsorge und Krankheitsvorsorge fordert, enteignet den Bürger, indem der
- Mietwert
- Verkehrwert,
- Beleihungswert
von Immobilien sinkt, wenn der Eigentümer nicht in Maßnahmen investiert, deren Amortisationsdauer in der Regel größer ist als die Lebensdauer der "Ertüchtigungsmaßnahme": Techniken zur alternativen Beheizung halten bestenfalls 10 Jahre, amortisieren sich aber erst in ca. 15 – 50 Jahren. Wärmedämmmaßnahmen an der Außenhülle überdauern bestenfalls 30 Jahre, amortisieren sich aber erst nach über 30 Jahren!

Maßnahmen zur (bau-physikalisch zur Vermeidung von Bauschäden erforderlichen) Erzielung perfekter Luftdichtigkeit verlieren ihre Wirkung bereits nach 2-10 Jahren und führen anschließend wegen Versagens in Kombination mit nicht fehlertoleranten Dämmverfahren zu Bauschäden!

Dieses Szenario ist bautechnische Absurdität und Betrug am Bürger, den keine Bank dem kapitalarmen Normal-Bürger finanziert. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund werden zusätzliche Anreize über KfW-Mittel geschaffen, die die Realität verschleiern sollen. Eine Bank finanziert keinem Bürger in höherem Alter eine energetische Ertüchtigungsmaßnahme, die noch nicht einmal durch höhere Mieteinnahme oder GARANTIERTE Einsparung an Energie in Form von Geld amortisierbar ist.

Die Bundesregierung bringt den Bürger wissentlich und absichtlich um seine private Altersabsicherung, die in der Mehrzahl der Fälle in Wohneigentum und/oder dessen Miet- oder Verkehrswert besteht.

ICH PROTESTIERE DAHER GEGEN DIE EINFÜHRUNG DES ENERGIEPASSES FÜR GEBÄUDE. DIE BUNDESREGIERUNG IST DURCH DAS ENERGIEEINSPARUNGSGESETZ NICHT ERMÄCHTIGT DIE ENTWERTUNG VON VOLKSVERMÖGEN UND ENTEIGNUNG ZU BETREIBEN!

Es wird ggf. zu prüfen sein, ob das von der Regierung und ihren Beratern initiierte Szenario verfassungskonform ist. Ich fordere Sie ergänzend auf, eine VERBINDLICHE Stellungnahme zu nachfolgenden Fragen abzugeben:
1. Welche Relation besteht nachweisbar und rechtsrelevant reproduzierbar zwischen den Angaben im Energiepass und tatsächlichem Energieverbrauch?
2. Wer haftet für die mit dem Energiepass erfolgenden "Sanierungsempfehlungen" und deren Wirtschaftlichkeit?
3. Aus welchem tatsächlichen Grunde ist der reale Energieverbrauch eines Gebäudes nicht als Indikator im Rahmen der nutzerabhängigen Genauigkeiten geeignet?
4. In welchem Zusammenhang stehen die Probleme zunehmender Schimmelpilzbelastung mit verminderten Heizleistungen und zu geringen Luftwechselmengen?
5. Wie erklärt sich die Zunahme von Schadstoffbelastungen in der Raumluft auch in Verbindung mit "kontrollierten" Lüftungsanlagen?
6. Welche Gesundheitsrisiken und -folgen gehen von nicht regelmäßig desinfizierten Lüftungsanlagen aus und wie hoch ist der energetische und finanzielle Instandhaltungsaufwand für derzeit empfohlene energiesparende aktuelle Dämm- und Lüftungstechniken.

Ich erbitte
1. Ihre unverzügliche Antwort,
2. Weiterleitung dieses Protestes einschließlich Ihrer Stellungnahme an die zuständigen
Landesbehörden.
Guten Tag

Bitte verstehen Sie meinen Text nur als Vorschlag. Wer den notwendigen Protest individuell verändern will, soll dies gerne tun. Dies erscheint sogar wünschenswert, kostet allerdings Zeit, die viele sich erfahrungsgemäß nicht nehmen wollen/können. Bitte senden Sie diese Mail und Anhang an Kollegen/Betroffene weiter , denn es kann und sollte niemandem gleichgültig sein, was hier zum Schaden der Bevölkerung geschieht. Der Musterbrief wird in Kürze auch über die Seite des Bauschäden-Forums abrufbar sein.

Mit freundlichem Gruß
Rainer Bolle
10.04.2006

Ingenieur- und Sachverständigenbüro DIPL.-PHYS. RAINER BOLLE
BAU-PHYSIK - GEBÄUDESCHÄDEN - TECHN. SCHADENANALYSE - SEMINARE
Bremen

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Energiepass Initiative Deutschland (EID)
Verbände fordern von Bundesregierung bedarfsorientierten Gebäudepass

"
Der seit Jahren diskutierte Energieausweis für Gebäude droht als Luftnummer zu enden", meint eine Allianz um die Energiepass Initiative Deutschland (EID), einem Zusammenschluss aus Verbänden der Dämmstoff- und Glasindustrie sowie der Heizungswirtschaft. Das Bündnis warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem "angeblichen Kompromissvorschlag" von Bauminister Wolfgang Tiefensee und Wirtschaftsminister Michael Glos zu folgen, der lediglich eins zu eins die Vorstellungen der traditionellen Teile der Hausbesitzerverbände wiederhole. Die beiden Minister hatten vorgeschlagen, den Hauseigentümern freizustellen, ob sie für ihre Immobilien einen verbrauchs- oder bedarfsorientierten Energieausweis bereit stellen.

Die Industrie- und Handwerksverbände sehen dadurch eine Gefahr für mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand, für Wachstum und Beschäftigung in der Bauwirtschaft und im Handwerk und für ehrgeizige Klimaschutzziele. "Weil der verbrauchsorientierte Energieausweis lediglich Aufschluss gibt über die Heiz-, Dusch- oder Bademarotten der aktuellen Bewohner, ist er beliebig, intransparent, in keiner Weise objektiv und letztlich wertlos für die Einschätzung des energetischen Zustands einer Immobilie." Er gebe keinerlei Hilfestellung für dringend notwendige Energiespar-Investitionen. Benötigt werde ein bedarfsorientierter Energieausweis, der sich am konkreten Gebäudezustand orientiere und nicht vom individuellen Nutzerverhalten abhängig sei.

DGS, mh
11.07.2006

Kommentar:
Der Hinweis auf die Luftnummer ist durchaus berechtigt, diese läuft bereits seit Jahren. Was wird wohl Frau Merkel geschehen, wenn sie nicht auf die Warnung hört?

Dass sich ausgerechnet die Verbände der Dämmstoff- und Glasindustrie sowie der Heizungswirtschaft zusammenschließen, sollte niemanden überraschen. Das sind die Fadenzieher der EnEV, die haben ihre Leute in den Normenausschüssen des DIN sitzen. Was dabei herauskommt, wissen wir. Man muss nur einmal auf die Widersinnigkeiten der DIN 4108 schauen.

Die "Heiz-, Dusch- oder Bademarotten" der Leute passen daher nicht zu den Normen und Schönrechnereien. Der BGH hatte das Problem treffend formuliert: "DIN-Normen sind Vereinbarungen interessierter Kreise".  Apropos Marotten - wartet nur, bis die Wohnraumnutzungsverordnung (WoRaNuV) ins Leben gerufen wird, dann vergehen Euch eure Marotten und ein normgerechtes Nutzerverhalten wird an den tag gelegt.

Und weil es so schön war, unten die Langfassung von der DUH.

Querverweis:
:: Primärenergieverbrauch in Deutschland
   bei richtigsanieren.de:
:: Zur Relation von WDVS und dem Endenergieverbrauch der Haushalte, 1990-2004



Bundesregierung darf aus Energieausweis keine Luftnummer machen


Verbände der Bau- und Heizungswirtschaft, Baustoffhandel, Bauphysiker, Verbraucher- und Umweltschützer warnen Minister Tiefensee und Glos vor beschäftigungs- und klimapolitisch wirkungslosem Energieausweis für Gebäude – Wirtschaftsminister Glos predigt öffentlich Energieeffizienz und steht bei Verhandlungen über Energiesparverordnung auf der Bremse – Breite Allianz fordert Energieausweis auf Basis eines fundiert berechneten Energiebedarfs

Berlin, 22. Juni 2006: Der seit Jahren auf höchster politischer Ebene debattierte Energieausweis für Gebäude droht als Luftnummer zu enden. Darauf hat eine Allianz um die Energiepass Initiative Deutschland (EID), einem Zusammenschluss aus Verbänden der Dämmstoff- und Glasindustrie sowie der Heizungswirtschaft unmittelbar vor den entscheidenden Gesprächen zur Ressortabstimmung der Bundesregierung in Berlin hingewiesen. In ihren Forderungen unterstützt wird die EID von zahlreichen Bau- und Industrieverbänden sowie der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH). Das Bündnis warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel, dem „angeblichen Kompromissvorschlag“ von Bauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zu folgen, der lediglich „eins zu eins die Vorstellungen der traditionellen Teile der Hausbesitzerverbände wiederholt.“ Die beiden Minister hatten entgegen dem Rat praktisch der gesamten Fachwelt vorgeschlagen, den Hauseigentümern freizustellen, ob sie für ihre Immobilien den weitgehend wirkungslosen verbrauchsorientierten oder den Sanierungsinvestitionen anreizenden bedarforientierten Energieausweis bereit stellen.

Die Industrie- und Handwerksverbände fürchten, dass damit „ein starkes Aufbruchssignal für mehr Energieeffizienz im Gebäudebestand, für Wachstum und Beschäftigung in der Bauwirtschaft und im Handwerk und für ehrgeizige Klimaschutzziele ohne Not gegen die Wand gefahren wird“. Weil der verbrauchsorientierte Energieausweis lediglich Aufschluss gebe über die „Heiz-, Dusch- oder Bademarotten der aktuellen Bewohner“, sei er „beliebig, intransparent, in keiner Weise objektiv und letztlich wertlos für die Einschätzung des energetischen Zustands einer Immobilie“. Er gebe keinerlei Hilfestellung für dringend notwendige Energiespar-Investitionen. Benötigt werde ein bedarfsorientierter Energieausweis, der sich am konkreten Gebäudezustand orientiert und nicht vom individuellen Nutzerverhalten abhängig sei.

„Nur für den bedarfsorientierten Energieausweis lohnt sich der Aufwand seiner Einführung“, erklärte Stefan Bundscherer, der Energie- und Klimaschutzexperte der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH). „Der Tiefensee-Glos-Vorschlag wäre kein Kompromiss, sondern ein Persilschein für Modernisierungsverweigerer.“ Die regierungsamtliche Umsetzung des Wunschzettels der Immobilienverbände werde weder Klimaschutz noch Beschäftigung voranbringen. Die 250 Euro, die die Erstellung eines bedarfsorientierten Ausweises pro Gebäude durchschnittlich kosten würde, seien „Peanuts im Vergleich zu den Energiekosten, die eine unsanierte Immobilie Jahr für Jahr verursacht. Ökologisch modernisierte Wohneinheiten bringen bei Vermietung oder Verkauf ein Vielfaches an Mehreinnahmen“, so Bundscherer. Außerdem gebe der Ausweis dem Besitzer bei seiner Erstellung klare Hinweise, wo sich eine Sanierung lohne – zum Nutzen für den Mieter und den Vermieter, den Käufer und den Verkäufer und nicht zuletzt für das globale Klima.

"Das zögerliche Verhalten der Großen Koalition behindert die deutsche Bauwirtschaft. Wir könnten viele Arbeitsplätze in der energetischen Gebäudesanierung sichern bzw. neu schaffen, wenn der bedarfsorientierte Energieausweis als Innovations- und Investitionsbeschleuniger endlich eingeführt würde," sagt Prof. Dr. Karl Robl, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes.

Klaus-W. Körner, Präsident des Gesamtverbandes Dämmstoffindustrie und EID-Sprecher: „Nur der bedarfsorientierte Energieausweis führt zu nennenswerten Heizöleinsparungen und schafft Zehntausende von Arbeitsplätzen. Gleichzeitig wird so durch die nachhaltige CO2-Reduzierung aufgrund der energetischen Maßnahmen die Umwelt deutlich entlastet“.

EID, Industrieverbände und DUH erklären in einem heute veröffentlichten, gemeinsamen Aufruf an die Minister Glos und Tiefensee, dass für eine Übergangszeit ein wirklicher Kompromiss zwischen beiden Modellen nicht in der beliebigen Wahlfreiheit bestehen könne. Allenfalls könne man bei großen Wohnanlagen mit mehr als 12 Wohneinheiten befristet einen Verbrauchsausweis akzeptieren, da sich hier das unterschiedliche Nutzerverhalten der Bewohner teilweise ausgleiche.

Nach jahrelangem Gezerre um die Ausgestaltung des von der EU geforderten Energieausweises hatten kürzlich die Minister Tiefensee und Glos die so genannte „Wahlfreiheit“ als Kompromiss ausgerufen, ein Vorschlag, der zuvor von den Immobilienverbänden mit hoher Lobbyintensität vorgetragen worden war. Bisher sperrt sich Bundesumweltminister Sigmar Gabriel gegen den beliebigen Einsatz des Verbrauchsausweises.

Nun drängt die Zeit, weil die der Regelung zugrunde liegende EU-Richtlinie bereits zu Jahresbeginn 2006 hätte umgesetzt sein sollen. Die EID fürchtet, dass die Tiefensee-Glos-Pläne noch vor der Sommerpause im Windschatten der Fußballweltmeisterschaft festgezurrt werden sollen. Verzögert sich die Umsetzung der EU-Richtlinie weiter, droht Deutschland ein Vertragsverletzungsverfahren. Außerdem drohten die von der Bundesregierung in ihrem Koalitionsvertrag vereinbarten ehrgeizigen Förderprogramme zur energetischen Gebäudesanierung ins Leere zu laufen.

Die EID gründete sich Anfang 2000, um auf Bundesebene einen aussagekräftigen Energieausweis für den Wohnungsbestand durchzusetzen. EID, zahlreiche Wirtschaftsverbände und DUH fordern in dem gemeinsamen Aufruf den am Bedarf orientierten Energiepass mindestens für Ein- und Mehrfamilienhäuser mittlerer Größe.

Der EID gehören an: Energiepass Glas und Fenster, Gesamtverband Dämmstoffindustrie und Vereinigung der deutschen Zentralheizungswirtschaft e.V. Der gemeinsame Aufruf wurde darüber hinaus unterzeichnet von: Bundesindustrieverband Deutschland Haus-, Energie- und Umwelttechnik, Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel, Bundesarbeitskreis Altbauerneuerung, Bundesverband Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker, Bundesverband des Schornsteinfegerhandwerks, Deutsche Umwelthilfe, Zentralverband Deutsches Baugewerbe, Zentralverband Deutsches Dachdeckerhandwerk und Zentralverband Sanitär Heizung Klima.

Pressemitteilung Dt. Umwelthilfe
22.06.2006

Kommentar:
Fragen Sie ganz einfach: wem nützt es? Wer sich die Fakten in dem Querverweis oben angesehen hat, braucht nicht lange herumzurätseln. Man muss schon mit dem Klammersack gepudert sein, um zu glauben, dass es um Umwelt- oder gar "Klimaschutz" geht. Gehen Sie einfach mal davon aus, dass die EID nur Ihr Bestes will (Ihr Geld). Wir lasen oben: „Nur für den bedarfsorientierten Energieausweis lohnt sich der Aufwand seiner Einführung, erklärte Stefan Bundscherer...". Wo wird er wohl die Weisheit her genommen haben? Eine Studie (Link unten) gibt Aufschluss darüber.

Querverweis:

:: Die traurige Wahrheit über den bedarfsorientierten Energieausweis.

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VDI mahnt: Bedarfspass umsetzen
Regierungspläne zum Energiepass für Gebäude dürfen nicht verwässert werden

Der VDI begrüßt die Pläne des Bauministeriums das CO2-Gebäudesanierungsprogramm umzusetzen und zu fördern. Allerdings mahnt der Ingenieurverein bei der Umsetzung des Energiepasses, nicht aus vordergründigen Kostengründen den Verbrauchspass einzuführen. „Auf den ersten Blick ist der Verbrauchspass sicherlich günstiger“, sagt Professor Dr. Michael Schmidt, Vorsitzender der VDI-Gesellschaft Technische Gebäudeausrüstung. „Aber bei einem verbrauchsorientierten Energiepass drohen Klagewellen, was ihn letztendlich teurer macht.“

Der Energiepass entfaltet Rechtswirkungen: Eine für eine Immobilie in Verkaufspapieren ausgewiesene Energieeffizienz stellt eine zugesicherte, einklagbare Produkteigenschaft dar. Eine Immobilie, deren aktueller Verbrauch, etwa auf Grund abweichender Nutzung, nicht dem Energiepass entspricht, könnte Klagen der Eigentümer hervorrufen, so der VDI-Experte. Es müsse also der Bedarfswert die Bezugsgröße für den Energiepass sein, d.h. die berechnete Größe für den Energieaufwand, den ein angenommener Norm-Nutzer haben würde. Außerdem unterstütze ein Verbrauchspass nicht das Ziel der Bundesregierung, die Energieproduktivität deutlich zu erhöhen. „Nur der Bedarfswert fördert Modernisierungen, da er energetische Schwachstellen aufdeckt“, weiß Schmidt.

Mit einem Gebäudeenergiepass, der auf nachvollziehbar ermittelten Bedarfswerten aufbaut und durch ausgewiesene Experten ausgestellt wird, sollte Deutschland in Europa zum Trendsetter werden. „Sinnvoll ist es, europaweit eine vergleichbare Methodik bei der Erstellung von Energiepässen zu haben.“ Nur so erfüllt die EU-Richtlinie ihren Zweck. Hier muss Deutschland Vorreiter werden.

VDI, 02.12.2005

Kommentar: In der Kürze liegt die Würze, daher im Telegrammstil: entfaltet Rechtswirkung (!) - einklagbare Produkteigenschaft (!) - ausgewiesene Experten - Trendsetter - Vorreiter (Deutschland ist gern Vorreiter).

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