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Algen auf WDVS / Algen an Fassaden

Algen an Fassaden (11.2001)
Algen auf WDVS: ein viel zitiertes Urteil (12.1999)
Algenbildung auf WDVS (2000)
WDVS und Algenbefall (12.2003)
WDV-Systeme und Fassadenbegrünung (11.2006)
Wärmedämmverbundsysteme begünstigen Veralgungen (11.2003)


Algen an Fassaden

Die reinere Außenluft, besonders in Industriegebieten und städtischen Ballungsräumen hat weniger verschmutzte Fassaden hervorgebracht. Stattdessen nahm die Algenbildung zu. Die saubere Luft ist eine Folge der Filterung und Entgiftung der Abluft von Industrieanlagen und - eine gute Nachricht.

Die schlecht Nachricht ist, dass mit dem geringeren S02-Gehalt der Luft der Befall von Fassaden durch Algen und Pilzen zunimmt. Bei Gehalten von Schwefeldioxid (S02) der Luft von über 100 pg/m3, die in den ´60er und ´70er Jahren in den Städten vorhanden waren, war von einem mikrobiellen Befall von Fassaden durch Algen und Pilze nicht die Rede.

Der S02-Gehalt der Luft wirkte fungizid und vermied das Wachstum von Algen und Pilzen. Wenn ein solches an Häusern in ländlichen Gegenden oder in Waldnähe auftrat, dann schob man es auf die vermehrte Anwesenheit von Sporen dieser Mikroorganismen in der Luft. In Wirklichkeit ist die Ursache hierfür in der Veränderung der Luftqualität, vor allem durch die Abnahme des S02-Gehalts und einer Zunahme von Stickstoffverbindungen, zu sehen. Letztere Wirken als ,,Dünger" für die mikrobiologischen Organismen.

Quelle : DAB, Ausgabe 11/2001
präsentiert von BBG News Oktober 2001

Querverweis:
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WDVS und Algenbefall

"
Sehr geehrter Architekt,
sehr geehrter Bauherr,
sehr geehrter Handwerker,

seit geraumer Zeit betreibt die Ziegelindustrie – allen voran die unipor Ziegel-Interessengemeinschaft und die unipor-Ziegel-Marketing GmbH – eine PR-Kampagne pro Ziegel und Massivbau, in der Wärmedämm- Verbundsysteme als höchst algengefährdet beschrieben werden.

In für die im Fachverband zusammengeschlossenen Hersteller von Wärmedämm-Verbundsystemen nicht nachvollziehbarer Art und Weise wurde so ein höchst effizient energieeinsparendes und umweltfreundliches Bausystem, von dem in über 40jähriger Praxisanwendung alleine in Deutschland über 600 Millionen Quadratmeter an Fassadenflächen gedämmt wurden, mit irreführenden Behauptungen verunglimpft.

Ein 1999 am Landgericht Frankfurt am Main ergangenes Urteil bezüglich Algenbildung wurde als Beweis vorgelegt. Darüber hinaus wurden wissenschaftliche Untersuchungen eines Forschungsinstituts, welches sich fundiert mit dem Thema Umweltbelastung, zu welchem auch das Thema Algen zählt, falsch bzw. unvollständig wiedergegeben. Bezüglich der Algenfreiheit von Ziegelbauten wurden Aussagen getroffen, die nachweislich nicht haltbar sind.

Aus diesen vorgenannten Gründen sah sich der Fachverband WDVS gezwungen, rechtliche Schritte einzuleiten, zumal alle Versuche des Verbandes, durch eine außergerichtliche, gütliche Einigung eine Unterlassung dieser Behauptungen zu erreichen, bei den Vertretern der Ziegelindustrie auf keinen fruchtbaren Boden fielen. Beim Landgericht Wiesbaden wurde deshalb ein Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gestellt.

Am 7. August 2003 wurde diesem Antrag stattgegeben und es erging der nebenstehend im vollständigen Wortlaut abgedruckte Beschluss.

Wir erachten es als unsere Pflicht, Sie über den Sachverhalt in dieser Ausführlichkeit zu informieren und bedauern gleichzeitig, dass es dieser Schritte bedurfte. Wärmedämm- Verbundsysteme sind ein aktiver Baustein zu Energieeinsparung und Umweltschutz. Im Bereich der energetischen Sanierung des Gebäudebestandes entsprechend der Energieeinsparverordnung (EnEV) sind WDV-Systeme eine in der Praxis erprobte und bewährte
Alternative. Seitens des Verbandes sind wir ständig bemüht, den Markt objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme zu informieren. Sehen Sie hierzu unser Angebot an Technischen Systeminformationen auf Seite 4 dieser Verbraucherinformation.

Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken. Helfen Sie mit, die entstandenen Zweifel und Unsicherheiten durch kompetente Richtigstellung zu entkräften und zu beseitigen. Die Algenbefallsquote bei WDVS liegt nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude.
siehe dazu mein Kommentar unten
Wenn alle am Bau Beteiligten die Regelwerke beachten und die Qualität der Ausführung in den Focus ihrer Bemühungen stellen, wird es uns gemeinsam gelingen, dieses Risiko weiter zu minimieren. Gänzlich ausschließen lässt sich Algenbewuchs auf Fassadenbauteilen nicht – und dies unabhängig von der Art der Ausführung bzw. Bauweise.


Beschluss
13 O 120/03

Beschluss
In dem einstweiligen Verfügungsverfahren
Fachverband Wärmedämm-Verbundsysteme e.V., Fremersbergstraße 33, 76530 Baden-Baden, ...,
- Antragstellerin –
Verfahrensbevollmächtigte: Rechtsanwälte Hopkins & Baumann, Wiesbaden

Gegen
1) unipor Ziegel-Interessengemeinschaft e.V., vertreten durch ihren Vorstand, Aldenbachstr. 234, 81479 München,
2) unipor Ziegel-Marketing GmbH, vertreten durch ihren Geschäftsführer Dipl.-Ing. Bernhard Schlötzer,
Aldenbachstraße 234, 81479 München,
- Antragsgegner –

hat das Landgericht Wiesbaden – 2. Kammer für Handelssachen – wegen besonderer Dringlichkeit ohne vorangehende mündliche Verhandlung und durch den Vorsitzenden allein am 7. August 2003 durch den Vorsitzenden Richter am Landgericht Hausmann im Wege der einstweiligen Verfügung beschlossen:

Den Antragsgegnern wird es bei Meldung eines Ordnungsgeldes für jeden Fall der Zuwiderhandlung in
Höhe von bis zu 100.000 EUR untersagt, zum Zwecke des Wettbewerbs zu behaupten,

1. "Vollwärmedämmung begünstigt Algenwachstum" und zwar sowohl im Zusammenhang mit der Angabe "Landgericht Frankfurt am Main" als auch in Alleinstellung oder in Verbindung mit der weiteren Behauptung "Vollwärmedämmung begünstigt das Wachstum von Mikroorganismen auf Außenwänden, bestätigte das Landgericht Frankfurt/Main (Az. 3-13 O 104/96)"

und / oder

2. kein Problem bei Ziegelmauerwerk im Zusammenhang mit der Aussage "Algen und Pilze finden keinen Nährboden".

Die Antragsgegner haben die Kosten des Verfahrens zu tragen.
Der Streitwert wird auf 100.000,-- EUR festgesetzt.

Gründe:

Die Antragstellerin hat glaubhaft gemacht, dass die Antragsgegnerinnen die im Tenor genannten Behauptungen in einer Presseinformation aufgestellt haben. Dazu ist es zutreffend, dass das Landgericht Frankfurt/Main in der Sache 3-13 O 104/96 in den Entscheidungsgründen festgestellt hat, nach der Ansicht des dort tätigen Sachverständigen Dr. Schuder werde das Algenwachstum durch die Vollwärmedämmung begünstigt. Zugleich hat das Landgericht Frankfurt am Main aber auch festgestellt, dass durch entsprechende Gegenmaßnahmen, wie den Einsatz fungizider Mittel und ähnlicher anderer Maßnahmen der Algenbefall verhindert werden kann.

Die Aussage der Antragsgegnerinnen ist irreführend und war deswegen zu untersagen, denn der flüchtige interessierte Leser wird nur die Aussage der Pressemitteilung zur Kenntnis nehmen, der Vollwärmeschutz begünstige eben den Algenbefall und wird ohne weitere Hinweise nicht erkennen, dass dies durch richtige Behandlung der Oberfläche durchaus ohne großen Aufwand vermieden werden kann. Die Aussagen der Antragsgegnerinnen verstoßen damit gegen §§ 1,3 UWG. Die Kostenfolge ergibt sich aus § 91 ZPO.

Hausmann
Vorsitzender Richter am LG

Quelle: Informationsbroschüre "Richtigstellung irreführender Marktinformationen Algenbefallsrisiko an wärmegedämmten Gebäuden" des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V.

[  Machen Sie sich Ihren eigenen Reim darauf. Von Neugier geplagt, sendete ich am 06.10.2003 folgende Anfrage an den Fachverband WDVS. ]

"... wie gewünscht, habe ich den betreffenden Beitrag gelöscht. Ich habe sogar Ihre Verbraucherinformation dort veröffentlicht. Mit einem Mehr an Einsicht kann man wohl kaum rechnen. Bezüglich Ihrer Verbraucherinformation bitte ich um Angabe, worauf sich Ihre Aussage stützt, dass "die Algenbefallsquote bei WDVS ... nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude (liegt)". Vermutlich wird die Bekanntgabe dieser Daten ein wertvoller Beitrag für den vielleicht zu erstellenden 4. Bauschadensbericht sein."

[  Beim FV WDV ist man offensichtlich sehr beschäftigt, so dass nicht immer gleich auf alles eine Antwort kommt. Also erinnert man eben freundlichst. ]

Fachverband Wärmedämm-
Verbundsysteme e.V.
Fremersbergstraße 33
76530 Baden-Baden


WDVS und Algenbefall
Berlin, 04.12.2003

"Ihre Verbraucherinformation vom August 2003

... mit vg. Schreiben teilte ich Ihnen mit: „... wie gewünscht, habe ich den betreffenden Beitrag gelöscht. Ich habe sogar Ihre Verbraucherinformation dort veröffentlicht. Mit einem Mehr an Einsicht kann man wohl kaum rechnen.“

Weiterhin bat ich um folgende Auskunft: „Bezüglich Ihrer Verbraucherinformation bitte ich um Angabe, worauf sich Ihre Aussage stützt, dass "die Algenbefallsquote bei WDVS... nachweislich unter einem Prozent aller wärmegedämmten Gebäude (liegt)".

Leider sind Sie noch nicht dazu gekommen, mir diese seriöse, veröffentlichte und nachvollziehbar belegte Quelle zu benennen. Deshalb möchte ich Sie hier mit einer freundlichen Erinnerung bedenken. Denn immerhin sind Sie „Seitens des Verbandes ... ständig bemüht, den Markt objektiv und fachlich fundiert über Wärmedämm-Verbundsysteme zu informieren“.

Also, „Lassen Sie uns gemeinsam und zum Wohle aller am Bau Beteiligten wirken“ und die verängstigte Menschheit objektiv und fachlich fundiert informieren. Wichtig erscheint mir zudem, dass Sie meinen Vorschlag aufgreifen und die Daten unserem BMBV als Grundlage für den 4. Schadenbericht zur Verfügung stellen.

Für Ihre Antwort merke ich mir den 12.12.2003 vor. Vielen Dank für Ihre Bemühungen. ..."

[  Gut Ding will Weile haben. Und nachteilig muss es nicht sein, wenn man sich in Geduld fasst. Mit Schreiben vom 21.01.2004 wurde mir geantwortet, wenngleich eine solche Wartezeit normalerweise nicht zu den Gepflogenheiten des FV gehört. ]

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:: Marktstudie zu Schäden an WDVS

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WDV-Systeme und Fassadenbegrünung

"Was gibt es schöneres, als mit der Natur zu bauen. Eine begrünte Fassade übt einen besonderen Reiz aus. Eine Häuserfront, die mit Efeu, wildem Wein oder anderen Kletterpflanzen verschönt ist, wird auf diesem Weg zusätzlich geschützt."

aus: "Im Einklang mit der Natur: WDV-Systeme und Fassadenbegrünung"
Pressemitteilung des FV WDV e.V.

Hier sehen Sie, dass es auch ohne Rankhilfen geht.



Fotos: DIMaGB

DIMaGB, 15.11.2006

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Ein viel zitiertes Urteil
viele reden davon, wenige kennen es.

Urteil des LG Frankfurt am Main vom 01.12.1999
der 13. Kammer für Handelssachen
Az 3-13 O 104/96

In dem Urteil geht es um den Streit um Restwerklohn aus einem Bauvorhaben zur Errichtung eines Seniorenzentrums. Urteil und Ausführungen zum Tatbestand umfassen 8 Seiten, es geht um einige unbezahlte bzw. nur z.T. bezahlte Rechnungen. Zur Beweisführung wurden Gutachten eingeholt.

Zum Thema "Algen auf Fassaden" liest man auf S. 4:

"Am Außenputz traten vor allem an der Westseite des Gebäudes optisch als Verschmutzung anzusehende gräulich-grüne Verfärbungen auf. ... Nach den Feststellungen der von der Klägerin eingeschalteten Herstellerin des aufgebrachten Loba-VS-Siloxanputzes handelte es sich dabei um einen Sporpilzbefall. ... Diese Erscheinung wurde bei einer weiteren Baubegehung am 14.09.21995 zwischen den Parteien diskutiert und deshalb die Abnahme verweigert.

Nachdem die Klägerin die ... gerügten Mängel im Sommer 1995 durch Aufbringen eines Egalisierungsanstrichs auf teilen der Süd- und Westfassade beseitigt hatte, traten die Verschmutzungserscheinungen an diesen Stellen nicht mehr auf.
...
Nach Vorliegen des in diesem Rechtsstreit eingeholten Sachverständigengutachtens nebst Ergänzung wurde die West- und Nordfassade von der Klägerin mit einem algizid eingestellten Zwischen- und Endanstrich bearbeitet. Am 06.05.1999 erfolgte die Abnahme durch die Beklagte, wobei im Protokoll Mängel festgehalten wurden.
...
Die Klägerin behauptet, die Verfärbung des Außenputzes an der Westfassade möglicherweise durch Sporpilzbefall und an der Nordfassade durch Algenbewuchs stelle nur einen optischen Mangel dar, dessen Behebung unverhältnismäßig sei."

Hierzu argumentierte die Klägerin, dass derartige Erscheinungen bei Verwendung des vg. Putzes nie aufgetreten seien, weshalb gerade dieses System angewandt worden sei. Gem. Putzhersteller sei ein Egalisierungsanstrich nicht erforderlich. Die aufgetretene Erscheinung sei daher unabwendbar gewesen. Die Beklagte behauptete, dass der Mangel einer Abnahme der Werkleistung entgegenstünde.

Die Entscheidungsgründe werden über weitere 8 Seiten ausgeführt. Hier geht es seitenweise um Rechnungen, Werkvertragsrecht, Sicherheitseinbehalte, bis es auf S. 14 um den Mangel an der Fassade geht.

"Jeder Außenputz hat neben seiner bauphysikalischen Funktion zugleich auch eine ästhetische. Anderenfalls bedürfte es niemals irgendwelcher Überlegungen über farbliche Gestaltung, Absetzungen (Lisenen) oder sonstige gestalterische Elemente in der Außenhaut eines Gebäudes.

Es bedarf deshalb keiner näheren Begründung, dass diese bedeutende weitere Funktion der Außengestaltung durch Mängel im Erscheinungsbild beeinträchtigt sein kann. Ein Seniorenzentrum, das neu erstellt wurde, muss deshalb neu aussehen und so freundlich und einladend, dass schon das Äußere  zur Einmietung anregt, jedenfalls aber nicht abschreckt.

Diese Funktion war durch die gräulich-grüne, wie verschmutzt wirkende Fassade an den maßgeblichen Seiten nicht unerheblich gestört. Das kann das Gericht anhand der von der Beklagten und vom Sachverständigen angefertigten Lichtbilder selbst feststellen.

Die Ursache dieser Erscheinung liegt in einem Algenbewuchs, wie der Sachverständige Dr. Schuder nachvollziehbar ausgeführt hat. Das Algenwachstum wiederum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt, die die Klägerin auftragsgemäß erbracht hat.

Die Auswirkungen dieses Algenbewuchses auf das Werkvertragsverhältnis zwischen den Parteien hat die Klägerin zu tragen. Sie war verantwortlich für die Erstellung eines Außenputzes, der auch seiner immanenten ästhetischen Funktion entsprechen musste.

Dabei kommt es auf eine Unterscheidung danach nicht an, ob sie eben einen entsprechend geeigneten Putz verwenden oder die Beklagte auf das Risiko des ausgeschriebenen Putzsystems hinweisen musste.

Insoweit wird von der Klägerin auch nichts Unmögliches verlangt, denn entgegen ihrer Ansicht ist das Gericht auf der Grundlage insbesondere des Ergänzungsgutachtens der Überzeugung, dass einem Verputzer-Fachbetrieb im Jahr 1994 das Risiko eines Algenbefalls auf einer Vollwärmeschutzfassade bekannt sein musste.

Seit 1984 wurde die Algenproblematik in der Fachliteratur behandelt, seit 1987 hat es Farben und Beschichtungen mit Zusätzen gegen Pilz- und Algenbefall gegeben. Bis zur Leistungserbringung der Klägerin stand also ausreichend Zeit zur Verfügung, sich auf diese neue Situation im Fachgebiet der Klägerin einzustellen. Wenn sie dies versäumt hat, hat sie die Konsequenz daraus zu tragen."

Zusammenfassung:
Das Gericht stellt fest: Algenwachstum wird durch die Vollwärmedämmung begünstigt.
Seit 1963 wurden 50 Mio. qm WDVS angebracht.
Seit 1984 hat sich die Fachliteratur mit diesem Problem auseinander gesetzt.
3 Jahre haben die Hersteller benötigt, um mittels Zusätzen das Problem zu lösen.

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11.Hanseatische Sanierungstage:
Algenbildung auf WDVS

Im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage wurde das Thema der Algenbildung auf Wärmedämmverbundsystemen erörtert. Derzeit erfolgen Forschungsanstrengungen zur Ursachenermittlung, wieso es zu Algenbildungen kommen kann. Entsprechend den Aussagen im Rahmen der 11. Hanseatischen Sanierungstage soll es mittlerweile im Bereich von Mecklenburg-Vorpommern bei 80 % der ausgeführten Wärmedämmverbundsystemen zu Algenbildung gekommen sein.

Auf Algenbildung im Bereich von Wärmedämmverbundsystemen wurde auch im Rahmen der Aachener Bausachverständigentage 1988 hingewiesen. Hier wurden die seinerzeit noch in der Anzahl offensichtlich in geringem Umfang festgestellten Schadensbilder dargelegt. In diesem Zusammenhang muß auch auf festgestellte Verfärbungen der Putzoberflächen bei Wärmedämmverbundsystemen durch Tauwasser bildung hingewiesen werden (vgl. Deutsches Architektenblatt 11/2000).

Generell lässt sich derzeit aussagen, dass offensichtlich die sehr dünnen Putzschichten von Wärmedämmverbundsystemen auf Grund ihrer thermischen Abkopplung vom Baukörper infolge Wärmestrahlung extrem auskühlen können und hierdurch sich infolge von Sorption und Tauwasserbildung ein erhöhtes Feuchtepotential einstellen kann. Dieses erhöhte Feuchtepotential kann je nach örtlichen Gegebenheiten die Ansiedlung von Algen bewirken. Wenngleich Algen für sich alleine im Regelfall nur zu einer optischen Beeinträchtigung der Fassade führen, können die sich oftmals einhergehend ansiedelnden Schimmelpilze zu Strukturschädigungen führen.

Derzeit scheint es von Bedeutung bei der Auswahl der Putze und der Farbanstriche, den Diffusionswiderstand der äußeren Deckschicht und deren Wasseraufnahmefähigkeit aufeinander abzustimmen. Weitere Erkenntnisse werden erste Zwischenberichte zu den laufenden Forschungsvorhaben im Jahr 2001 liefern. In diesem Zusammenhang wird auch auf die 12. Hanseatischen Sanierungstage hingewiesen, die im November 2001 in Warnemünde stattfinden werden (genaue Terminangabe folgt noch).

Quelle: Newsletter 3/2000, Ingenieurbüro Axel C. Rahn

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Backstein: Rote Karte für Algen
Wärmedämmverbundsysteme begünstigen Veralgungen

(KK). Fachkreise sind bereits alarmiert: Aktuelle Studien und Untersuchungen geben immer deutlichere Hinweise auf die hohe Veralgungsanfälligkeit von Wärmedämmverbundsystemen. Was dem Laien nur als optisches Problem erscheinen mag, beschleunigt den natürlichen Verwitterungsprozess der Fassade rapide. Zweischalige Häuser mit Backsteinfassade sind da eine sinnvolle und dauerhafte Alternative.

Das Problem der Veralgung ist verbreiteter, als selbst die pessimistischen ersten Schätzungen vor einigen Jahren es andeuteten: Untersuchungen im norddeutschen Raum haben mittlerweile ergeben, dass 73 % der Häuser mit
Wärmedämmverbundsystem, inklusive der nachträglich thermisch sanierten Fassaden, bereits nach durchschnittlich 5 Jahren Algenwachstum, Pilze oder Flechten aufweisen.

Der herstellerseitige Einbau von algiziden und fungiziden Zusatzstoffen löst das Problem nicht. Zum einen vermag er die Vergrünung der Fassade nur zu verzögern, zum anderen stoßen solche Beimengungen aufgrund ihrer umwelt- und gesundheitsbelastenden Nebenwirkungen auf wenig Gegenliebe bei Bauherren.

Nimmt man die sonstigen Nachteile des Wärmedämmverbundsystems hinzu, wie zum Beispiel die hohe Anfälligkeit gegenüber mechanischen Belastungen, den enormen Instandhaltungsaufwand sowie den absehbar niedrigen Wiederverkaufswert, liegt die Schlussfolgerung nahe: Eine praktikable Alternative muss her.

Bezeichnenderweise gibt es sie bereits. Langjährig bewährt, ästhetisch und dauerhaft sorgt eine Backsteinfassade nicht nur in Norddeutschland seit Jahrhunderten für Fassadenkultur und angenehmes Wohnklima auf ökologisch einwandfreier Basis. In Verbindung mit einer Wärmedämmschicht ist die zweischalige Wandkonstruktion mit Vormauer aus Backstein auch heute noch eine der wenigen wirklich sinnvollen Formen der Fassadenkonstruktion.
Ausschlaggebend für das gute Abschneiden der Backsteinfassade ist vor allem das ausgezeichnete Wärme- und
Feuchtigkeitsverhalten des gebrannten Tons.

Als guter Wärmespeicher verhindert Backstein das, was bei Wärmedämmverbundsystemen die Veralgung oft auslöst: die durch die geringe Wärmespeicherfähigkeit begünstigte Tauwasserbildung. Weil das Problem der Veralgung so gar nicht erst entstehen kann und Backstein darüber hinaus außerordentlich robust ist auch gegen sonstige Witterungs- und Umwelteinflüsse, weist die Backsteinfassade über Jahrzehnte einen extrem geringen Instandhaltungsaufwand auf – ohne jegliche gesundheits- oder umweltgefährdende Belastung. Denn
Backstein ist ein reines Naturprodukt.

Unter Kostengesichtspunkten kann Backstein mit dem preisgünstigen Wärmedämmverbundsystem bereits mittelfristig konkurrieren, da jeglicher Wartungsaufwand entfällt und ein hoher Wiederverkaufswert von Beginn an garantiert ist. Backstein eignet sich übrigens auch hervorragend für einen nachträglichen Einbau. Neben dem Prinzip „Aus einschalig mach zweischalig“ stehen mit den sogenannten Riemchen auch extrem raumsparende Formen dieses Baumaterials zur Verfügung – mit den ähnlichen Vorteilen.

Das Problem hat aber auch eine rechtliche Dimension. Darauf hat das Landgericht Frankfurt/Main aufmerksam gemacht, das bereits 1999* konstatierte, dass Wärmedämmverbundsysteme die Veralgung begünstigen und die hieraus resultierende Vergrünung eine Beeinträchtigung der Fassade darstellt. Wenn Planer, Bauunternehmen oder Architekten ein Wärmedämmverbundsystem ohne Hinweis auf diese Problematik empfohlen haben, können sich hieraus sogar rechtliche Konsequenzen ergeben.

*Landgericht Frankfurt/Main, Urteil vom 1.12.1999/AZ: 3-13 0 104-96

Pressestelle Zweischalige Wand
Bauen mit Backstein
KK Public Relations
10.11.2003

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