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Dämmung dämmt, besonders im Winter



Foto: Immobilien Ritter, Neumarkt

Dass Dämmung dämmt, ist weitgehend unbestritten. Die Frage ist nur, wie gut und zu welchem Kosten-Nutzen-Verhältnis das geschieht. Auf dem Bild sehen Sie eine Fassade eines Bestandsgebäudes in Neumarkt, welches mit einem WDVS versehen wurde. Wie man auf dem Bild erkennen kann, ist die Oberfläche des WDVS völlig vereist.

Was sagt uns das? Endlich wird den Skeptikern und Kritikern von WDVS eine entschiedene Abfuhr erteilt, denn das Foto beweist: Dämmung dämmt. In diesem Fall dämmt sie sogar so gut, dass die Oberfläche des WDVS vereist.

Wie ist das möglich? Die Dämmung dämmt hier offenbar so gut, dass kein Quentchen an Wärme verloren geht. Die Leute drinnen haben es kuschelwarm und die gute Dämmung lässt keine Wärme entweichen. Die Oberfläche des Dämmsystems wird thermisch völlig abgekoppelt, so dass die niedrige Oberflächentemperatur die Eisentstehung zulässt.

Was sagt uns das?
Sie haben an Antworten zur Auswahl:

1)  Q.e.d. Das WDVS funktioniert so gut wie oben bereits beschrieben.
      Vorteile und Nutzen sind somit unter Beweis gestellt.

2)  Der Bauschaden ist vorprogrammiert: noch ein paar Frost-Tau-Wechsel mehr
     und die Struktur des Oberputzes ist geschädigt. Den Rest erledigt das eindringende
     Niederschlagswasser.

3)  Eine tolle Fassade ist das, die an der Oberfläche dermaßen viel Feuchte bindet
     oder entstehen lässt. Wie wird es wohl darunter aussehen?

Fall sich noch jemand zum Thema meldet, egal ob Laie oder Fachmann (gern auch Experten oder "Experten"), ergänzen wir die Auswahl an Fragen. Allerdings lassen wir es in diesem Fall damit bewenden, dass sich ein jeder die ihm richtig erscheinende Antwort auswählen darf.

DIMaGB,
27.09.2005

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Teil II: Das WDVS lässt aus Neumarkt grüßen

Sehr geehrter Herr Bumann,
anbei die heutigen Bilder vom Objekt EFA-Str. 12, 92318 Neumarkt. Die Dübel sind wieder deutlich sichtbar. Auffällig ist in diesem Jahr, dass sich die Vereisung auf die Westseite (5 cm alte Dämmung) herumzieht. Der untere Streifen, also zum Keller, ist auch interessant.

Mit freundlichem Gruß
Manfred Ritter









Fotos: Immobilien Ritter, Neumarkt

Querverweise:
(es geht auch anders)
:: Energiesparbericht Ritter-Report Teil I (04.2005)
:: Energiesparbericht Ritter-Report Teil II
(02.2007)
:: Ritter-Report Teil III: Es kann doch sein, was nicht sein darf
(07.2007)

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AMz-Bericht 5/98:
Alterungsverhalten und Bauphysik von Wärmedämmverbundsystemen (WDVS)
(Auszug)

Einleitung

"Die ersten WDVS im Bausektor wurden zu Beginn der 60er-Jahre ausgeführt. Ihr großflächiger Einsatz begann mit der Ölkrise in den Jahren 1973/1974. Zu dieser Zeit wurden Styropor-Hartschaumplatten mit Dämmstärken zwischen 20 und 50 mm eingesetzt. Die Dämmstoffplatten wurden auf dem Untergrund verklebt und mit Kunstharzputzen wettergeschützt.

Von diesem WDVS aus den Anfangsjahren waren schon nach im Schnitt 3 Jahren Standzeit nur zwei Drittel aller Systeme ohne jegliche Mängel [1]. Nach im Mittel 8 weiteren Jahren wurden die zuvor begutachteten Systeme im Jahr 1983 ein weiteres Mal untersucht [2]. Es stellte sich heraus, dass nach einer durchschnittlichen Standzeit von 11 Jahren noch 49 % der untersuchten Systeme gänzlich ohne Mängel waren. Eine neuere Untersuchung aus den Jahren 1994/1995 in der 21 Gebäude mit WDVS untersucht wurden [3], lag das Durchschnittsalter der Systeme bei 22 Jahren. Hierzu zeigte sich, dass lediglich 22 % ohne Mängel, 28 % mit geringen Mängel und 50 % aller Systeme mit größeren Mängel behaftet waren.

Die Auswertung weiterer wissenschaftlicher Untersuchungen zeigt Tendenzen, die hinsichtlich der Mängelhäufigkeit zwischen den zuvor genannten Ergebnissen [3, 4, 5, 6, 7] liegen und auf eine entsprechende Reparaturanfälligkeit schließen lassen. Eine Übersicht hierzu gibt Tabelle 1. Die ausführlichen Ergebnisse sind in der Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff nachzulesen, die die Arbeitsgemeinschaft Mauerziegel beauftragt hat."


::
Anmerkung

Renovierungszyklen

"Außenwände mit WDVS unterliegen während ihrer Lebensdauer bestimmten Renovierungszyklen. Diese werden nach [8] wie folgt angegeben:

• Mineralische Außen-/Oberputze müssen zwischen dem 15. und 50. Jahr erneuert bzw. überarbeitet werden. Der Mittelwert liegt bei 35 Jahren. Da insbesondere diese Art von Putzen unter Umständen mit einem Anstrich versehen werden, müssen auch hierfür Renovierungszyklen eingeplant werden. Diese werden mit 5 bis 20 Jahren bei einem Mittelwert von 10 Jahren angegeben. Kunstharzputze auf Mauerwerk oder auf WDVS weisen deutlich kürzere Lebensdauern auf. Diese liegen zwischen 10 und 25 Jahren bzw. bei einem Mittelwert von etwa 18 Jahren.

• Selbst wenn neue entwickelte Kunstharzputze eine gegenüber den zuvor genannten Zahlen deutlich längere Lebensdauer aufweisen, wird häufig eine zumindest optische Renovierung notwendig, da schon nach kurzer Zeit die Putzoberflächen der kunststoffmodifizierten Oberputze an nord- und ostorientierten Fassaden zur Veralgung und Grünbildung neigen. Dies kann auch eine Ausrüstung der Systeme mit Fungiziden nicht dauerhaft ausschließen.

• Zum Renovierungszyklus der Wärmedämmschichten liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Aus den o. g. Gutachten ist nur bekannt, dass beschädigte oder abgelöste Dämmplatten nachträglich ausgetauscht werden mussten. Diese haben allerdings ihre Lebensdauer noch lange nicht erreicht und hätten, wäre das System schadensfrei geblieben, ihre Funktion weiterhin erfüllt."

Typische Schadensbilder

"Am häufigsten vertreten sind Putzrisse insbesondere an Bauteilanschlüssen wie am Fenster, Brüstungen, Rollladenkästen etc. Diese Risse stellen sich schon sehr frühzeitig nach Fertigstellung des WDVS ein, werden aber in der Anfangsphase häufig nicht wahrgenommen. Erst mit der Zeit bilden sich in den Rissen durch den Eintrag von Schmutzwasser dunkle Verfärbungen, die dann den eigentlichen Riss erst sichtbar machen. Vor allem an Südfassaden aber auch an Westseiten sind diese Schäden vorzufinden. Ursache hierfür sind die starken Temperaturänderungen durch die Sonneneinstrahlung. Von kleinen Rissen kann kaum eine Gefährdung der Systemdauerhaftigkeit ausgehen, größere ermöglichen insbesondere in Westlagen ein Eindringen von Regenwasser und somit eine Funktionsbeeinträchtigung des gesamten Systems.

Neben den Risseschäden sind im Erdgeschossbereich häufig Oberflächenbeschädigungen durch mechanische Beanspruchung festzustellen. Insbesondere in Geschossbauten mit direkt an der Fassade verlaufenden Verkehrsflächen sind diese zu beobachten (Abstellen von Fahrrädern, PKW-Anstoß, Einkaufswagen, etc.). Sie lassen sich auch trotz Einlage von sog. Panzergeweben nicht gänzlich ausschließen.

Systembedingte Schwachpunkte, die immer wieder zu beobachten sind und unabhängig vom verwendeten Dämm-Material auftreten sind sich abzeichnende Dämmplatten, Putzrisse über Dämmplattenfugen, Putzaufwölbungen und Farbaufwölbungen. ..."

Arbeitsaufwand und Kosten der Mängelbeseitigung

"Die bislang bekannten Untersuchungen lassen keine gesicherten Rückschlüsse auf den Arbeitsaufwand und die zu erwartenden Renovierungskosten zu. Man kann allerdings davon ausgehen, dass eine partielle Mängel-beseitigung in den meisten Fällen nicht möglich ist. Aus optischen Gründen wird man immer die gesamte Fassadenfläche oder zumindest große Abschnitte überarbeiten müssen. Das führt dazu, dass neben der Ausbesserung schadhafter Stellen eines WDVS zumindest eine Fassadenreinigung und ein anschließender Neuanstrich notwendig werden.

Darüber hinaus wird aus einigen Gutachten ablesbar, dass schon wenige Jahre nach Instandsetzungs-maßnahmen ähnliche oder gleiche Mängel erneut auftreten. Dies lässt den Schluss zu, dass bestimmte WDVS mit systemimmanenten Fehlern behaftet sein können und deren Dauerhaftigkeit und damit die Wirtschaftlichkeit derartiger Systeme stark sinkt."

Zum Feuchteschutz wird festgestellt:

"Systeme mit Außenputzen auf Kunstharzbasis weisen recht hohe wasserdampf-diffusionsäquivalente Luftschichtdicken (SD-Werte) auf.
...
Bei ungünstiger Schichtenfolge kann es zu einem nicht unerheblichen Tauwasserausfall in der Dämmschicht kommen (s. Grafik)."


Anmerkung
zur Datentabelle der Auswertung:
Grafische Darstellung der Werte der Untersuchung
dazu im Vergleich die Daten des FV WDV
:: Marktstudie Wärmedämmverbundsysteme 2002

Wem soll man nun glauben? Der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff im Auftrage der AMz oder der des Instituts für Absatzforschung und kundenorientiertes Marketing (= FV WDV)? Ich glaube der Studie des Studie von Prof. Dr.-Ing. Menkhoff, auf die Aussagen und Angaben des FV WDV gebe ich keinen Pfifferling.

DIMaGB
20.08.2005

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Auch Fertighäuser können isoliert werden
BNN-Immobilienteil 08.02.2003 (BNN = Badische Neueste Nachrichten, MB)
Leserbrief von Rainer Romer, Karlsruhe:

Sehr geehrter Herr B.,

Ihren Artikel möchte ich gerne kritisch kommentieren:

Wärmedämmverbundsysteme auf Fassaden bewirken im Verlauf der Jahre negative Effekte: Auf der Außenoberfläche der (zumeist Polystyrol-) gedämmten Fassade kondensiert nachts Wasser. Der Oberflächentemperaturverlauf einer gedämmten Fassade ist vergleichbar mit dem einer KFZ-Karrosserie- Oberfläche, dort ist der Morgentau regelmäßig zu beobachten. Das gleiche geschieht auf der gedämmten Hauswand. Im Lauf der Zeit siedeln sich auf der Hausoberfläche Algen an, was beim PKW nicht zu beobachten ist, da Autos häufiger gereinigt werden als Hausoberflächen.

Nebenbei: Styropor schwimmt zwar und dämmt auch, nimmt aber, wenn es die Gelegenheit bekommt, kontinuierlich Wasser auf, man denke hier an ein Stück Styropor, das im Wasserloch liegt, nach spätestens 2-3 Jahren geht es unter, da es sich mit Wasser vollgesogen hat. Dann dämmt es auch nicht mehr. Ähnliches findet im Lauf der Jahre an der gedämmten Oberfläche statt: sie wird allmählich feucht, die Dämmeigenschaften nehmen ab und die Algentätigkeit zu.

Baustoffe am Haus sollten im Hinblick auf Zeiträume von 50-150 Jahren ausgewählt werden, sonst sind sie abzulehnen. Feuchtes Dämmmaterial ist so wertlos wie ein nasser Pullover.

Dämmsysteme werden regelmäßig mit Kunstharzleim auf die alte Fassade aufgebracht. Der Leim dichtet den alten Wandaufbau jedoch ab. Es kann nun keinerlei Feuchtetransport mehr von innen durch die Außenwand nach außen mehr stattfinden, was nun eine Durchfeuchtung der innenseitigen Außenwand zur Folge hat. Man darf keinesfalls vernachlässigen, dass die Außenwand von Wohnhäusern einen beträchtlichen Teil der Wohnraumfeuchte aufnimmt und idealer weise durch Kapillarwirkung oder mittels Diffusionsprozesse nach Außen abgeben können muss.

Die innenseitige Außenwand durchfeuchtet sich dementsprechend im Lauf der Jahre, wobei der Effekt umso stärker auftreten wird, je schlechter die Bewohner lüften oder je besser die Fenster abdichten. Der oben genannte Pullover-Effekt wird dadurch innenseitig verstärkt, der Wärmeschutz der Außenhaut nimmt weiter ab.

Zusätzlich erhöht sich nun auch noch die Wohnraumluftfeuchte innen, eben weil die Außenwand keinen Beitrag mehr zur Entfeuchtung liefern kann. Feuchte Luft jedoch erhöht beim Heizen den Wärmebedarf gegenüber trockenerer Luft beträchtlich und man muß die Frage gestatten, ob das Dämmsystem wirklich das leistet, was die Dämmstoffindustrie verspricht.

Die schlimmste Folge dieser Mechanismen ist innenseitiger Schimmel, der nun nicht einmal mehr auf Taupunkttemperaturen auf der Wandinnenoberfläche angewiesen ist, sondern von der allgemeinen Durchfeuchtung der Wand profitiert und sich im Wohnraum breit macht. Auf Schimmel folgen mehrere unterschiedliche Krankheiten, da der menschliche Körper unzureichend auf die Sporen reagieren kann.

Leider ist meine Kritik hier noch nicht zu Ende: Viele Jahre später ist der stolze Hausherr von heute längst Geschichte. Irgendwann wird sein Häuschen nach verschiedenen Besitzerwechseln dann auch das Zeitliche segnen, ich gehe wie oben angedeutet, von einer wünschenswerten Lebensdauer von 100-150 Jahren aus. Dann werden sich unsere Nachfahren angesichts der insgesamt fragwürdigen Dämmmaterialien zähneknirschend (oder auch wutschnaubend) an unsere Tun erinnern, denn dann werden sich die meisten Dämmmaterialien nicht, wie bei Omas Massiv-Ziegelhäuschen usus, einfach auf den nächsten Feldweg kippen lassen.

Findige Geschäftsleute von heute sollten sich von daher bereits jetzt die künftigen Geländebereiche sichern, die potentiell für Sondermülldeponien geeignet sind, um auch morgen wieder dabei sein zu können, wenn beim Volk Kasse gemacht wird.

Ihre Aussage, dass durch die gestiegene Innenoberflächentemperatur die Schimmelgefahr sinkt, halte ich zwar kurzfristig für zunächst vielleicht plausibel, langfristig jedoch für falsch, da meiner Meinung nach und angesichts der oben angeführten Argumentation das Gegenteil eintritt! Auch Ihre weiter folgenden Ausführungen lassen beim genaueren Lesen viele Fragezeichen zurück, da Sie Baustoffe nicht ausreichend kritisch betrachten.

Ich kann nicht auf alle Ihre Punkte detailliert eingehen. Nur soviel: Dreifach isolierverglaste Fenster führen dazu, dass zumindest Pflanzenwachstum im Hausinnnern nicht mehr erfolgversprechend stattfindet, da zuviele Lichtanteile fehlen. Ich befürchte, dass in solchem Wohnmilieu der Mensch langfristig ebenfalls Schaden nimmt.

Im Bereich der Ihrerseits angesprochenen Dachdämmung wage ich die These, dass ein Dachgeschoss, welches im Sommer angenehme Kühle beherbergt, im Winter näherungsweise auch guten Wärmeschutz bietet. Dies ist jedoch mit der von Ihnen dargestellten Methode der Zwischensparrendämmung vermutlich schlechter realisierbar als mit einer massiven Holzdämmung zwischen den Sparren. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf die am 3.4.2002 bei der ARD veröffentlichten Lichtenfelser Versuche.

Ich bitte Sie abschließend höflich um die Veröffentlichung der von Ihnen genannten halbierten Heizenergieverbräuche infolge der realisierten Einblasdämmsysteme, wobei mich weniger die errechneten Heizenergieverbräuche als vielmehr die tatsächlich real existierenden interessieren Wer sich an die Dämmung eines Hauses machen möchte, dem kann ich die Lektüre von http://www.konrad-fischer-info.de  empfehlen.

Rainer Romer
D-76229 Karlsruhe

An die BNN-Redaktion, zur Weiterleitung an den Chefredakteur
Karlsruhe

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei erhalten Sie im pdf-file einen BNN-Fachartikel zum Thema Bau (08.02.2003), sowie meinen Leserbrief dazu. Den Leserbrief wollte der Fachredakteur nicht freigeben. Begründung: Leserbriefe werden nur betreffend dem BNN-Lokalteil veröffentlicht.

Der vorliegende Fachartikel ist jedoch kein eigenrecherchierter Bericht Ihres Redakteurs, sondern leider nur die redigierte Vorlage der Fa. R., die damit die BNN optimal als Werbeplattform nutzen kann. Werbung ist jedoch nur in den dafür gekennzeichneten Zeitungsflächen vorgesehen.

Der Immobilienteil der BNN enthält fast ausschließlich Anzeigen und Inserate und wird von den Bauinteressierten der Region regelmäßig gelesen. Im exponierten redaktionellen Bereich erwarten die meisten Bauwilligen sauber recherchierte und objektive Berichte, und keine weitere Werbung, die als Redaktionsbeiträge getarnt sind. Ich bitte Sie höflich um diesbezügliche Beachtung. Weiterhin bitte ich Sie nochmals um Veröffentlichung meines Leserbriefs, sowie künftig um mehr redaktionelle Beiträge, die sich an den anerkannten Regeln der Baukunst orientieren und nicht an kurzlebigen Modeerscheinungen, die sich bereits in wenigen Jahren als Sondermüll entpuppen werden. Das sind Sie Ihren heutigen und auch Ihren künftigen Lesern schuldig.

MfG
Rainer Romer

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Nachteile von WDVS aus der Sicht Anderer


Faksimile: Ausschnitt von der Innenseite des rechten Blattes des Folders von Wienerberger

Aus der Sicht von Wienerberger bergen die WDVS folgende Gefahren:

- Gefahr der Schimmelbildung
- Gefahr der Veralgung
- Gefahr durch Beschädigung
- Gefahr durch Brand

Ein Problem wird darin gesehen, dass "so eine mindestens 15 cm dicke Haut aus lauter künstlichen Stoffen eine gesunde Feuchtigkeitsregulierung so gut wie gar nicht" zulässt. Summa summarum muss sich niemand wundern, "dass Wärmedämmverbundsysteme früher oder später ein Fall für den Sondermüll ... sind."

Kommentar: ohne
April 2007

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aus:
BauherrenForum bei DIMaGB.de (2001 bis 2003)

Gekammerte Ziegelwand nachträglich dämmen?

Frage: Ich besitze ein Siedlungshaus Baujahr 1938. Die Außenwand besteht aus einer Ziegelschicht 250x150 mm (bxh). Der Ziegel besitz zwei getrennte Luftkammern. Von Innen ist eine 35 mm zementgebundene Holzwoll-Platte angebracht und mit Putzmörtel verputzt. Gibt es für diese Konstruktion eine bauphysikalisch saubere Möglichkeit die Außenwand nachträglich zu dämmen? Mit freundlichen Grüssen V.

Antwort 1: Ja, gibt es. Das war die gute Nachricht. Jetzt die schlechte: das kann man nur vor Ort beurteilen. Vorsicht! Dämmung einer Wand kann dazu führen, dass auf einmal Kondenswasser an den Fenstern ausfällt. (Martin Beiße)

Antwort 2: Sehr geehrter Herr V., wozu soll denn die zusätzliche Dämmung gut sein? Ich glaube nicht, dass die von Ihnen beschriebene gekammerte Ziegelwand so schlechte Eigenschaften hat, dass sich die Investition in ein WDVS lohnt. Wenn das Wandsystem bislang funktioniert hat und die Mindestwerte für die Wärmedämmung eingehalten sind (was ich ungesehen glaube), lassen Sie es doch einfach.

Herr Beiße hatte schon den Daumen drauf: sobald Sie außen noch ne Dämmlage draufklatschen, kann das problematisch werden. Und ein gekammerter Ziegel hat sehr viel Platz, Tauwasser aufzunehmen, bis Sie das irgendwann mal merken. Wie das mit Tauwasser, Kapillarwirkung und Diffusion zusammenhängt, können Sie hier auf der Homepage im Infobereich BAUPHYSIK nachlesen.

Re: Sehr geehrte Herren, der Grund für die Dämmung ist in der Absicht zu suchen Heizöl zu sparen. Das alte Haus hat eine beheizte Wohnfläche von ca. 50 qm. Später habe ich einen Flachbau angebaut mit ca. 60 qm beheizter Wohnfläche. Dieser Bau von 1986 hat 360er Außenwände. Das Flachdach ist mit 100 mm Styrotect ähnlichen Material gedämmt. Für diese Fläche von 110 qm benötige ich etwa durchschnittlich 2.800 l Heizöl im Jahr. In dem alten Haus habe ich noch eine Reserve gesehen. Mit freundlichen Grüssen

Antwort 3: Ich versuche einmal ohne genaue Kenntnis aller Bauteile eine überschlägige Wirtschaftlichkeitsberechnung. Sollte ich deutlich daneben liegen, bitte ich die Experten im Forum um Verbesserung.

Etwa 10%-15% Ihres Heizöles benötigen Sie für die Warmwasserbereitung, es verbleiben also 2500 Liter für die Heizung. Der Lüftungswärmebedarf dürfte davon 25%-30% ausmachen. Es verbleiben somit knapp 1.900 Liter für die Deckung des Transmissionswärmeverlustes, als für das was durch die Umfassungsbauteile nach außen abgegeben wird.

Daran haben die Wände je nach Gebäudeabmessung und Ausbildung der Bauteile einen Anteil von 30-40%, maximal 'verschlingen' die Wände also 700-800 Liter Heizöl. Hiervon wird der Löwenanteil auf Ihren Altbau entfallen, sagen wir einmal gut 500-600 Liter. Durch eine Verbesserung des k-Wertes (seit 1.2.2002 U-Wert) um 100% oder auch noch darüber können Sie dann 300 bis 400 Liter Heizöl jährlich einsparen. Bei heutigen Energiepreisen entspricht dies weniger als 200 Euro im Jahr. Bei der gesamten eben gemachten Abschätzung habe ich einigermaßen großzügig gerechnet.

Die Kosten für ein Wärmedämmverbundsystem für Ihren Altbau müssten Sie sich anbieten lassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Sie unter 5.000 Euro damit hinkommen (meine Zahl ist mit grosser Unsicherheit behaftet, da ich die Fläche und den Preis nur grob abschätzen kann).

Unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten wird sich eine Investition von 5.000 Euro bei Einsparung von max. 200 Euro p.a. schwer rechnen. Wenn Sie den Betrag langfristig mit 4% über der Inflationsrate anlegen können, holen Sie die Mehrkosten für die Beheizung herein, konstante Energiekosten vorausgesetzt. Die Bauphysik und die Wohnbehaglichkeit habe ich bei meinen Ausführungen außer Acht gelassen. (Bruno Stubenrauch)

Zugabe: Ich danke Kollegen Stubenrauch für die transparente Darstellung. Anhand aller unserer Gedanken zum Thema erkennt der Bauherr:
1. Dämmung mag zwar nützlich sein, aber nicht gleichzeitig wirtschaftlich
2. Dämmung kann Spareffekte erzielen (um welchen Preis?), aber gleichzeitig Schaden anrichten
3. auf der Grundlage gesicherter Kenntnisse lassen sich für den konkreten Fall leider
    doch nicht ohne weiteres sichere Schlüsse ableiten

Wenn ich von einer Baufirma wäre, würde ich Herrn V. dringend zu einem WDVS raten (das ist dann wenigstens für den Umsatz der Firma gut, wenn auch nicht für Herrn V.). Da ich aber einen Sinn fürs praktische habe, rate ich folgendes: wenn Sie handwerklich begabt sind oder Ihnen ein Freund helfen kann (aber bitte keine Schwarzarbeit!) verfahren Sie wie folgt: verbreitern Sie durch betonieren das Fundament und mauern Sie eine Ziegellage davor.

Die ist so dick, wie es nur geht (an Verankerung und die Traufsituation denken!). Sie wird dicht angesetzt und ohne jede Trennlage dazwischen hochgezogen. Dann kommt ein mineralischer Außenputz dran (am besten Kalkputz!). So entsteht eine dicke und weitgehend homogene Außenwand aus Ziegelmauerwerk.

Die dämmt besser als die bisherige, aber sie gestattet auch solare Wärmegewinne (ein WDVS nicht) und sie hat ein gutes Speichervermögen. Dadurch werden die Temperaturamplituden gesenkt, es ergibt sich eine gute Phasenverschiebung und Behaglichkeit stellt sich ein. Außerdem lässt diese Wand Wasser in jeder Form raus (flüssig und dampfförmig), auch kapillar an der Außenseite! Das macht ein "diffusionsoffenes" WDVS nicht immer.

Lesen Sie die Beiträge im Infobereich Bauphysik, dann werden Sie vieles besser verstehen.

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aus:
BauherrenForum bei DIMaGB.de (2001 bis 2003)

Dachausbau Giebeldämmung

Frage 1: Wir möchten unser Alt-Dach ausbauen. Idee: die 140er Sparren entsprechend mit Glas-/Steinwolle WLG 035 voll dämmen (diffusionsoffene Unterspannbahn vorhanden), dann Dampfsperre/Luftdichtigkeitsschicht, dann Untersparrendämmung 40mm oder 50mm.

1. Geht das?
2. Die Giebelwände (24cm) sollen ebenfalls von innen gedämmt werden. Wie dick kann/soll diese Dämmung sein? Da gibt es Taupunktverlagerung möglicherweise???? Was ist das?
Vielen, vielen Dank fürs Mitdenken!, L.

Antwort 1: Sehr geehrter Herr L.,
mitdenken kann man ja auch hier im Forum. Eine vernünftige Planung wird das allerdings nicht ersetzen. Zur ersten Frage: 14 cm MiWo WLG 035 + 5 cm Untersparren-Dämmung - das geht.

Es kommt allerdings darauf an, was für eine Dampfbremse und was für eine Unterspannbahn genommen wird. Dann ist es wichtig zu wissen, ob die Ziegel auf einer Lattung liegen oder ob es eine Schalung mit Bahnen gibt (eher unwahrscheinlich).

Man muss also die gesamte Konstruktion betrachten und dann ist zu entscheiden, ob der Nachweis zum Tauwasserschutz nach DIN 4108 oder nach dem ZDVH-Merkblatt geführt wird. Merke: Unterspannbahnen und Dampfsperren (-bremsen) können diffusionsoffen oder -dicht sein, je nach Material.

Zur Giebelwand: im Prinzip gilt dasselbe. Man betrachte die gesamte Konstruktion (Putz, Ziegelmaterial, geplante Dämmung) und führe daraufhin die erforderlichen Nachweise. So etwas lässt sich durch Antwortensammeln in Foren nicht ersetzen. Wichtig sind hierbei auch wirtschaftliche Überlegungen (was ist vom Geldeinsatz her sinnvoll?), da muss man schon mal hin- und herrechnen, dazu sagt man auch optimieren.

Frage 2: Danke, so richtig klar war mir nicht, wie kompliziert es ist und wie viel man wahrscheinlich falsch machen kann. Dachziegel liegen auf Lattung, Unterspannbahn Tyvek/Klöber HD Soft (SD < 0,02). Ausbauen wollten wir mit Produkten der Fa. Isover (oder vielleicht Rockwool?).
Gruß, L. S.

Antwort 2: Das Fabrikat ist doch völlig egal. Mineralwolle ist Mineralwolle. Entscheidend sind die Eigenschaften, die der Hersteller mittels der technischen Blätter angibt.

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Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit
transparenter Wärmedämmung" zeigt gravierende Mängel der DIN 4108 / EN 832 auf


Im Juni 2000 erschien die Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Als Autor der Überarbeitung der zweiten Auflage wird Hr. Dr. Werner J. Platzer vom Fraunhofer Institut für Solare Energiesysteme (ISE) angegeben, der bereits der Redaktion der ersten Auflage des Arbeitskreises Normung des Fachverbands TWD angehörte.

Das Prinzip der TWD wird eingangs erläutert: "Mit dem Prinzip der transparent wärmegedämmten Solarwand lassen sich auf angenehme, komfortsteigernde Art solare Gewinne erzielen. Die wärmespeichernde Massivwand, die vorgesetzte oder aufgebrachte transparent- wärmegedämmte vorgesetzte Schale mit ihren Eigenschaften bestimmen den Wirkungsgrad dieser solaren Niedrigtemperaturheizung." Das Ziel der Richtlinie wird damit angegeben, "ein eindeutiges, bauphysikalisch korrektes und verifiziertes Berechnungsverfahren für die solaren Energiegewinne durch diese Solarwände darzustellen."

Im weiteren wird begründet: "Die europäische Norm DIN EN 832 berücksichtigt transparente Wärmedämmung im Ansatz, jedoch fehlen für die praktische Anwendung die genauen Hinweise zur Umsetzung. Weder wird festgelegt, wie aus Bauteilkennwerten unter Berücksichtigung der jeweiligen objektspezifischen Gegebenheiten der Systemwirkungsgrad berechnet wird, noch ist die explizit vorhandene Abhängigkeit des Gesamtenergiedurchlassgrades von Fassadenorientierung und Jahreszeit gegeben."

Die Vorgaben der Richtlinie orientieren sich an den Ergebnissen des europäischen Forschungsprojektes ALTSET (Angular-dependent Light and Solar Energy Transmittance) im Rahmen des Forschungs-programmes "Messen und Prüfen". In einem ergänzenden deutschen Forschungsprojekt sollten die Arbeiten auf Sonnenschutzsysteme und Freiluftmessungen ausgeweitet werden. Ergebnisse hierzu sind dem Autor nicht bekannt.

Bemerkenswert ist die Erläuterung zur Rolle der massiven Außenwand: "Zur Speicherung der solaren Gewinne ist ein massives Wandbauteil raumseitig zum TWD-Bauteil sinnvoll. Die Wärme muss durch dieses Bauteil nach innen abgeführt werden, daher ist ein nicht allzu hoher Wärmewiderstand erwünscht. Auch sollte die Massivwand die Wärme gut speichern. Baustoffe ab 1200 kg/m3 werden daher empfohlen."

Die Richtlinie behandelt zwei grundlegend verschiedene Varianten der TWD-Solarwand, dabei stellt der Typ T eine Solarwand mit vorgesetztem lichtdurchlässigem TWD-Produkt (z.B. Verglasung mit innenliegendem TWD-Material) dar. "Bei Typ T trifft zumindest teilweise noch Solarstrahlung auf die Massivwand, wo sie in Abhängigkeit von deren Farbe absorbiert werden kann." Zur Charakterisierung der Massivwand wurden projektspezifisch im allgemeinen die Kennwerte der Massivwand hinter dem TWD-Bauteil ermittelt: der gesamte Wärmedurchlasswiderstand des massiven Tragwerks R(w)
und der solare Strahlungsabsorptionsgrad der äußeren Oberfläche der Massivwand

Die Vornorm DIN V 4108-6:1995-04wurde überarbeitet, um mit den Vorgaben der europäischen Normung Die überarbeitete Endversion der DIN V 4108-6:2000 enthält die Gleichung (23) für das im Vergleich zum vereinfachten Heizperiodenbilanzverfahren genauere Monatsbilanzverfahren. Für diese normierten Rechenverfahren wurden einige grundlegende Mängel eruiert, welche durch die Richtlinie eliminiert werden sollen:

• "gTWD (oder engl. gTI) ist auf Grund der Winkelabhängigkeit der TWD und des unterschiedlichen Sonnenstandes für jeden Monat und jede Fassadenorientierung separat zu ermitteln; der pauschale Ansatz Fw.gi unterschätzt i.a. die Energiegewinne in der Heizperiode
• Die Lage der Absorptionsebene der Solarstrahlung im Gesamtbauteil ist nicht eindeutig. Die Absorption findet teilweise oder sogar ganz im TWD-Bauteil statt; auch auf der Oberfläche des dahinterliegenden Bauteils (Massivwand) kann Solarstrahlung absorbiert werden. Dieser Anteil hängt neben dem Transmissionsgrad des TWD-Bauteils auch von der bauseitig bestimmbaren Farbe des Anstrichs bzw. Putzes der Massivwand ab.
• Der Abminderungsfaktor FC für Sonnenschutzvorrichtungen kann im allgemeinen Fall identisch eins gesetzt werden, wenn der Sonnenschutz in der Heizperiode nicht aktiviert wird, oder wenn keine Sonnenschutzvorrichtung eingesetzt wird
• Der Verschattungsfaktor Fs mit Werten zwischen 0 und 1 stellt die Reduzierung der auftreffenden Sonnenstrahlung als Folge dauernder Verschattung der betroffenen Oberfläche dar (andere Gebäude, Topographie oder Bauteilüberstände). Auch dieser Faktor kann für verschiedene Orientierungen und Jahreszeiten variieren. Im Sommer beispielsweise kann dieser Faktor auf Grund vorgesetzter Balkone oder Dachüberstände klein genug sein, um eine Verschattungsvorrichtung zu ersetzen, während er im Winter wegen tiefstehender Sonne nahe bei 1 liegt."

Bezüglich Gleichungen (102-104) der DIN V-4108-6:2000 wird ein eklatanter Mangel aufgeführt:
"Grundsätzlich wird in der Bestimmung des Gesamtenergiedurchlassgrades die langwellige Abstrahlung mitberücksichtigt. Es ist also auch bei der vereinfachten Methode Gleichung (104) der DIN V-4108-6:2000 zu empfehlen. Ein zusätzlicher Wärmeabstrahlungsverlust von der Bauteilaußenoberfläche an den klaren Himmel erfolgt sowohl tagsüber als auch nachts. Er hat mit den solaren Energiegewinnen nichts zu tun, sondern ist den Wärmeverlusten zuzurechnen. Auch ist dieser zusätzliche Wärmeabstrahlungsverlust keine spezielle Eigenschaft der Transparenten Wärmedämmung, sondern müsste ggf. bei allen Bauteilen (opake und transparente einschließlich der Fenster) berücksichtigt werden. Gleichung (101) der DIN V-4108-6:2000 ist daher irreführend."

Interessant die Feststellungen zum Gesamtenergiedurchlassgrad: "Bei einem transparenten TWD-Bauteil (Typ T) ist der bauseitige Absorptionsgrad der Massivwand für die Absorption der transmittierten Solarstrahlung entscheidend. Nicht absorbierte Strahlung wird zurückreflektiert und teilweise im TWD-Bauteil absorbiert. Dieser letztere Anteil ist für dunkle Farben vernachlässigbar klein, bei höheren Wandreflexionsgraden wird er wichtig." Daher trifft man eine Fallunterscheidung bei der Berechnung des gTWD nach dunkel gestrichener oder verputzter Wandaußenoberfläche mit einem Wandreflexionsgrad > 0,9 und nach hell gestrichener oder verputzter Wandaußenoberfläche mit einem Wandreflexionsgrad = 0,9.

In der Richtlinie wird festgestellt, dass Gleichung (19) der DIN 4108-6:2000 als Grundgleichung für die solaren Gewinne im Heizperiodenbilanzverfahren "nicht vom effektiven g-Wert, sondern von einem maximalen g-Wert (entspricht gn)" ausgeht. "Im Heizperiodenbilanzverfahren ist also implizit eine Reduktion um 15% in den Strahlungsgewinnfaktoren eingerechnet. Daher müssen die dort einzusetzenden Werte rückgerechnet werden."

Unter 8. Ausblick wird ausgeführt: "Mit der vorgestellten Richtlinie ist erstmals eine detaillierte Anleitung für den Planer von TWD-Systemen vorhanden, die in eindeutiger und unparteiischer Weise eine Berechnung der Solargewinne innerhalb des Rahmenwerks der neu überarbeiteten DIN-V 4108-6 ausführt."

Fazit:

Wieder einmal wurde an einem praktischen Beispiel vorgeführt und bewiesen, dass Formelspiele allein nicht genügen und dass vereinfachende Annahmen falsche Ergebnisse liefern müssen. Deshalb stützt sich die Richtlinie auf Ergebnisse des des Forschungsprogrammes "Messen und Prüfen".

Man darf sich insofern wünschen, dass die Methode des Messens und Prüfens, von der man sich Mitte der 80er Jahre weitgehend verabschiedet hat, wieder verstärkt Einzug halten darf.

Die Rolle der wärmespeichernden und -leitenden Massivwand wird hier - anders als in DIN 4108, wo man die speichernde Wirkung nur noch den Innenbauteilen zuspricht - ins rechte Licht gerückt.

DIN EN 832 trifft Berücksichtigungen im Ansatz, lässt jedoch genaue Hinweise zur Umsetzung sowie wichtige Festlegungen vermissen. Hier stellt sich die berechtigte Frage, ob Halbheiten per Dekret berechtigterweise zur Regel der Technik erhoben worden sind.

Wichtig die Feststellungen zum zusätzlichen Wärmeabstrahlungsverlust von der Bauteilaußenoberfläche an den klaren Himmel: erfolgt sowohl tagsüber als auch nachts und er hat mit den solaren Energiegewinnen nichts zu tun, sondern ist den Wärmeverlusten zuzurechnen. Wie allgemein bekannt ist, wird er auch in der novellierten Norm für Fenster nicht angewendet.

Im Heizperiodenbilanzverfahren wurde im Juni 2000 implizit eine Reduktion um 15% in den Strahlungsgewinnfaktoren eingerechnet. Auch daran hat sich bis heute nichts geändert. Denn es kann nicht sein, was nicht sein darf. Insofern lassen hier eine Minderung, da ein vereinfachender Faktor auf Zielorientiertheit schließen.

Wenn erstmals mit der Richtlinie "eine detaillierte Anleitung für den Planer von TWD-Systemen vorhanden (ist), die in eindeutiger und unparteiischer Weise eine Berechnung der Solargewinne innerhalb des Rahmenwerks der neu überarbeiteten DIN-V 4108-6 ausführt", darf man darauf schließen, dass die Norm nicht eindeutig, dafür aber parteiisch angelegt ist. Nur: was wurde seit Juni 2000 übernommen?



"auch auf der Oberfläche des dahinterliegenden Bauteils (Massivwand) kann Solarstrahlung absorbiert werden. Dieser Anteil hängt neben dem Transmissionsgrad des TWD-Bauteils auch von der bauseitig bestimmbaren Farbe des Anstrichs bzw. Putzes der Massivwand ab."

Die mit " ... " gekennzeichneten Texte sowie das Bild sind Zitate aus Richtlinie "Bestimmung des solaren Energiegewinns durch Massivwände mit transparenter Wärmedämmung" des Fachverbandes Transparente Wärmedämmung e.V. Auszugsweiser Nachdruck unter Quellenangabe gestattet. Vertrieb: Fachverband TWD e.V.

Dipl.-Ing. Matthias G. Bumann
09.08.2004

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Energiesparen und Klimaschutz - Interview
Sollen wir unsere Häuser zu Tode dämmen?


Die Schimmelpest breitet sich aus: trotz Wärmedämmung oder gar durch sie? In der Fachwelt rumort es. In der Wissenschaft wächst die Opposition gegen staatlichen Zwang zur Wärmedämmung auch im Wohnungsbestand, wie er in der neuen Energieeinsparverordnung formuliert ist. Unter den Immobilieneigentümern wächst die Unruhe. Wärmedämmung eine kostspielige Fehlinvestition?

Haus & Grund Rheinland - Pfalz hat einen renommierten Bausachverständigen eingeladen, in dem folgenden Interview die Bedenken der kritischen Wissenschaft allgemeinverständlich vorzutragen. Dipl. - Ing. Konrad Fischer ( Hochstadt / Main ) beleuchtet in Schlaglichtern die sich immer deutlicher abzeichnenden technischen, rechtlichen und damit auch finanziellen Folgeprobleme eines bei Licht betrachtet zu oft nur auf pseudowissenschaftlichen Annahmen aufbauenden staatlichen Energiesparreglements – ungeachtet der jahrhundertelangen Erfahrung im Gebäudebestand.

Der von uns befragte Experte für Energieprobleme in alten Häusern und deshalb auch Mitglied eines Beraterkreises der Deutschen Burgenvereinigung scheut sich nicht, Pfusch beim Namen zu nennen und geizt nicht mit Ratschlägen zur Abwehr unangemessener Forderungen und obrigkeitlicher Zwänge. Er gibt aber auch auf eigene Erfahrungen gestützte Antworten auf die ebenso hochaktuelle wie brisante Frage nach einer objektiv sinnvollen energetischen Pflege des Gebäudebestandes gerade auch in privater Hand.
(Dr. Hagmann, Ehrenpräsident H&G)

Frage: Unsere Altbauten sollen sich nun dank EnEV durch Dämmen und Dichten in Energiesparbüchsen verwandeln. Wird das funktionieren?

KF: Der amtliche Dämmzwang erzwingt Pfusch: Die vorgeschriebenen Dämmschäume, -gespinste und -steine kühlen nächtlich stark aus, saugen deshalb Kondensat und 'saufen ab'. Da sie wasserabweisend beschichtet sind und nur Dampf hereinlassen, das eingedrungene Wasser jedoch mangels Kapillaraktivität nicht mehr hinaus, werden sie zu schimmeligen, veralgten Wasserfallen. Die Plastikfarben werden deswegen herstellerseits mit wasserlöslichen Giften vermischt. Sind diese in den Vorgarten ausgewaschen, wuchern die Fassadenpa-rasiten. Viele Dämmstoffe sind brennbar, trotz gifthaltiger Brandschutzausrüstung. Obendrein sinkt der Schallschutz gedämmter Fassaden. Für die Bauqualität, Umwelt und Wohnge-sundheit bringt das alles nichts, Energie spart das nie.

Frage: Und wie steht es mit der Nachhaltigkeit?

KF: Die Dämmbauweise ist kurzlebig. Etwa 80 Prozent der Leichtbauten sind Sondermüll, von der Brandgefahr ganz zu schweigen. Die feuchte- und windbedingte Bewegungsfreude von Holzkonstruktionen in Wand und Dach beansprucht die rißgefährdete Klebedichtung. Nässeschäden folgen. Auch die teuren Isoliergläser sind Wegwerfkonstruktionen - sie erblinden durch unausweichliche Innenkondensation. Besonders nachhaltig ist das nicht.

Frage: Aber es heißt doch, wir müssen so bauen, um das Klima zu retten!

KF: Die Klimasimulanten beschwören den Weltuntergang: Der Brennstoffvorrat wird bald ausgehen. CO2, ein Gas und Pflanzennährstoff, soll wie Glas Wärme reflektieren können und die Atmosphäre aufheizen. Wetterwechsel und Überschwemmung seien menschengemacht. Aber: Keine Voraussage der 70er, als diese Märchen aufkamen, hat sich je bewahrheitet. Öl- und Gasreserven werden ständig neu entdeckt und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus unerschöpflichen Rohstoffquellen ständig wieder aufgefüllt. CO2, ein Luftbestandteil von nur 0,03%, ist übrigens viel schwerer als Luft und in den oberen Luftschichten deshalb kaum nachzuweisen. Erwärmtes CO2-Gas steigt zur Abkühlung nach oben, ist dort weder Reflektor noch Kuscheldecke und schmilzt aus 6 km Höhe mit minus 18 Grad ebensowenig die Gletscher wie die Lagerfeuer der Eiszeitjäger. Und die alten Hochwassermarken sind weit höher als heute. Bis Norwegen florierte im Mittelalter der Weinbau. Kurz: eine globale Erwärmung erhöht schlimmstenfalls die Anbauerträge.

Frage: Die Energiesparbauweise ist subventioniert. Wird sie dadurch wenigstens wirtschaftlich vertretbar?

KF: Der amtliche 'Gebäudewärmeschutz' bleibt trotzdem wirtschaftliches Harakiri. Die Investition rentiert sich nicht, das verstößt gegen das Energieeinsparungsgesetz. Die Praxis beweist: gedämmte Altbauten sparen keine Energie. Unsere Langzeituntersuchungen im gedämmten Baubestand und das Lichtenfelser Experiment haben nachgewiesen, dass Dämm-stoffe aus Mineralwolle und Polystyrol gegen Temperaturveränderungen - und darum handelt es sich sowohl beim Heizen als auch beim sommerlichen Wärmeschutz - wenig bewirken. Auch die Öko-Energien und Anlagentechniken zur Wärmerückgewinnung und Solarausbeute sind nur durch das Lockmittel Subvention und Zwangseinspeisung abzusetzen. Ihre Unwirt-schaftlichkeit wird damit kaum gemildert. All das ist in Fachkreisen bekannt, wird aber der pseudoökologisch vergackeierten Öffentlichkeit verheimlicht. Lieber blockiert man die Solarein-strahlung in Bauwerke durch Verpackungsmüll und läutet gleichzeitig das Solarzeitalter ein.

Frage: Was macht der Bauherr, wenn sich die vom Energieberater und der Dämmstoffindustrie versprochene Energieeinsparung nicht einstellt?

KF: Aktuelle Urteile zeigen: für Vermieter, Planer und Ausführende besteht ein hohes Prozeßrisiko. Unwirtschaftliches, bauzerstörendes und gesundheitsriskantes Dämmen und Dichten nach Vorschrift wird also vorwiegend die rechtsberatenden Berufe fördern, nicht den Klimaschutz.

Frage: Die Bauwerke sollen künftig noch dichter werden. Was heißt das für die Wohngesundheit?

KF: In Wirklichkeit soll Dichten die zunehmenden Feuchteschäden der Barackenbauweise verringern. Die abisolierten, bestenfalls künstlich gelüfteten Räume machen die Bewohner aber krank. Neben der hohen Giftbelastung aus modernen Baustoffen bevölkern viel zu viele Milben, Keime, Schimmelpilze und Algen inzwischen fast jedes zweite Haus. Bald sind wir Weltmeister in Asthma und Allergie. Dafür ist auch die EnEV verantwortlich.

Frage: In Schweden soll die dichte Dämmbauweise doch glänzend funktionieren, stimmt das?

KF: Von wegen. Erst mußte dort jedes Einfamilienhaus gedämmt werden, als es durchnäßte, wurde Lüftungseinbau verordnet, als darauf Bewohner an Allergieschocks starben, folgte die bisher letzte Zwangsverordnung: ständige Entkeimung der Lüftungsanlage durch Kammerjäger. Der Hausbesitzer zahlt´s ja.

Frage: Nach dem Umweltmediziner Prof. Schata verursacht die dichte Bauweise jährlich 80 Millionen Mark gesamtwirtschaftliche Folgeschäden. Ist da was dran?

KF: Die IFO-/RWI-Studie "CO2-Minderungsstrategien" errechnet sogar gesamtwirtschaftliche Verwerfungen als Folge des verfassungswidrigen Behördenzwangs. Wenn man nur an den sinnlosen Energieverbrauch rund um den Dämmwahn denkt, an dessen Bau- und Gesundheitsschäden, erscheint das logisch. Die Prozeßkosten, die Folgen von Dämmstoff- und Leichtbaubränden, die Sondermüllentsorgung, die Fassadenzerstörung durch Dämmstoffbeklebung - das gehört ja noch dazu. Da die Fassadenverpackung oft von Niedriglohnempfän-gern ausgeführt wird, liefern auch die versprochenen Arbeitsplätze nur wenig für unser Sozialsystem.

Frage: Nach der Rechtslage muß der Vermieter die aktuellen Gesundheitsvorschriften auch in bestehenden Mietverhältnissen sicherstellen. Was heißt das für die dicht gedämmten Bauten?

KF: Zunehmend entdecken die Raumluft-Gutachter den durch Schimmel, Schadstoffe und immer zu hohe Wohnungskosten geplagten Mieter als Kunden und bieten sogar Hilfe im Rechtststreit gegen den Hausbesitzer. Die Mieterverbände empfehlen dann Mietminderung. Auch die Baukostenumlegung auf den Mieter wird so immer schwerer, besonders wenn die Warmmiete steigt anstelle zu sinken. Der aktuelle Wohnungsmarkt hat wenig Platz für modernisierungsbedingte Mietsteigerungen. Das falsche Sanieren verschärft das Konfliktpotential. Der falsch berechnete Gebäude-Energiepaß liefert dem Mieter dazu eine scharfe Waffe.

Frage: Wie reagieren die Architekten auf diese Entwicklung?

KF: Unsere Kritik am EnEV-Entwurf verhallte ungehört. Viele Branchen profitieren ja vom Investitionszwang. Auch manche Planer versuchen sich als Klimaschutzapostel. Die Rechtslage zwingt uns aber, uns weiter mit den Ausnahmen der EnEV vertraut machen, um den Bauherrn pflichtgemäß wirtschaftlich und technisch zu beraten und im Befreiungsverfahren sachge-recht zu betreuen.

Frage: Wie sollte denn energiesparend gebaut und instandgesetzt werden?

KF: Wirtschaftliches Energiesparen funktioniert ohne Bußgeldzwang. Besser sollte der echte Niedrigverbrauch anstelle energieverschwendender Pfuschkonstruktion verordnet werden.

Frage: Was hat sich hier bewährt?

KF: Speicherfähige Massivbauten mit Fenstern ohne Dichtlippe und Isoglas verwerten die Heiz-, aber auch die Solarenergie am besten. Sie sind im Winter warm, im Sommer kühl. Die meisten Altbauten kann man also in Ruhe lassen. Ihr Wärmebedarf ist doch viel geringer, als berechnet. Als Heizung ist die Hüllflächentemperierung vorteilhaft: Das Haus bleibt schimmelfrei. Die behagliche Strahlungswärme bedingt geringere Lufttemperatur und Wärmeverluste. Schon Einfachglas reflektiert Wärmestrahlung zu 100%, Wärmeschutzgläser sind also nicht notwendig. Kunstharzversprödete Holzfenster sollte man besser entlacken und mit Leinölfarbe nachhaltig sanieren und nicht gegen kurzlebige Plastikkonstruktionen austauschen. Auch die unrentable und störungsanfällige Lüftungs- und Solar-High-Tech darf entfallen. Die bewährte Fassadenreparatur ersetzt nässestauende Beschichtungen durch kapillaroffenen Kalkputz und -anstrich. All das spart Energie und Kosten.

Frage: Wo erhalten unsere Leser weitere Aufklärung zu diesem Themenkomplex?

KF: Zur technischen Aufklärung der Bauwelt veröffentlicht unser Beirat für Denkmalerhaltung der Deutschen Burgenvereinigung Praxis-Ratgeber auch zu Energiesparfragen. Man bekommt sie bei der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Marksburg, 56338 Braubach a. Rhein, Tel. 02627-536 oder im Internet: www.deutsche-burgen.org. Vertiefende Informationen aus Wissenschaft und Praxis bieten auch meine "Altbau und Denkmalpflege Informationen":
:: www.konrad-fischer-info.de

Dipl.-Ing. Konrad Fischer, Architekt BYAK, Hauptstr. 50, 96272 Hochstadt a. Main
Tel:: 09574-3011, Fax: -4960
Im Internet: Kommentar mit Link zur Richtlinie als pdf in

:: www.konrad-fischer-info.de/7wsvoant.htm#Energieeffizienz

Haus & Grund
Das Magazin für Haus-, Wohnungs- und Grundeigentümer
Ausgabe NRW/RLP, Januar 2003, S. 9 ff

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